Strikter Datenschutz

Vorarlberg / 13.01.2020 • 20:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Abteilung von Peter Sagmeister, die im LKH Feldkirch angesiedelt ist, verfügt über 40 Mitarbeiter und fünf Lehrlinge. khbg
Die Abteilung von Peter Sagmeister, die im LKH Feldkirch angesiedelt ist, verfügt über 40 Mitarbeiter und fünf Lehrlinge. khbg

Informationstechnologie spielt auch in Spitälern eine große Rolle.

Feldkirch Ohne Informationstechnik (IT) würde auch in den Spitälern nichts mehr laufen. So werden etwa in den Vorarlberger Landeskrankenhäusern rund 2800 Computer-Arbeitsplätze betreut. Der Speicherbedarf der umfangreichen medizinischen Dokumentation beträgt derzeit knapp 500 Terabyte. „Tendenz steigend“, wie IT-Leiter Peter Sagmeister anmerkt. Besonderes Augenmerk wird auf den Datenschutz gelegt.

 

Was genau macht die Informationstechnik im OP bzw. in der Ambulanz?

Sagmeister Die Aufgaben für die IT in den verschiedenen Bereichen eines Krankenhauses sind sehr vielfältig. Das beginnt bei der einfachen Betreuung eines Computerarbeitsplatzes und geht über die Adaption von eingesetzter Software zur Verbesserung der Arbeitsabläufe und die Integration von medizinischen Geräten bis hin zur Videoübertragung von Operationen in Echtzeit direkt aus dem OP-Saal zu einem medizinischen Kongress.

 

Wie passen Medizin und Informationstechnik zusammen?

Sagmeister Es gibt kein medizinisches Fachgebiet mehr, welches nicht auf die Unterstützung von IT setzt. Dazu zählen etwa digitale medizinische Nachschlagewerke, die Erstellung von digitalen Diktaten, die automatische Interaktionsprüfung bei Medikamentenvergaben oder die Unterstützung der interdisziplinären Zusammenarbeit. Ein weiteres Beispiel ist die Bereitstellung aktueller Informationen über mobile Arbeitsplätze in der digitalen Fieberkurve. Dadurch können medizinische Anweisungen sofort durchgeführt werden.

 

Wie kommt die IT eigentlich Patienten zugute?

Sagmeister Durch die Möglichkeiten einer modernen IT wird der Behandlungsprozess in vieler Hinsicht unterstützt und es können letztlich Abläufe ermöglicht werden, welche früher nicht oder nur mit sehr viel Aufwand denkbar waren. Beispiele sind die strukturierte und qualitätsgeprüfte Datenerfassung, die Übermittlung von Behandlungsergebnissen ohne Zeitverzögerung, die Bereitstellung von behandlungsrelevanten Informationen zu jeder Zeit und an jedem Ort, oder die jederzeitige Einbindung von weiteren Experten für die Entscheidungsunterstützung bei medizinischen Fragestellungen.

 

Wie sieht es dabei mit dem Datenschutz aus?

Sagmeister Bei den Informationen zur Gesundheit eines Patienten handelt es sich um besonders schützenswerte Daten. Deshalb wurde dem Thema immer schon ein besonderer Stellenwert eingeräumt. Der Zugriff auf Patientendaten ist strikt geregelt. Natürlich wird es auch immer eine Gratwanderung zwischen einer maximal notwendigen Einschränkung eines Zugangs zu Daten und der Notwendigkeit der sofortigen Bereitstellung aller relevanten Informationen für die Behandlung des Patienten im Notfall geben. Wir haben aber eine eigene Stelle für eine Datenschutzbeauftragte der Landeskrankenhäuser eingerichtet. Damit steht in Fragen rund um den Datenschutz eine kompetente Juristin im Verbund der Landeskrankenhäuser zur Verfügung. VN-MM

„Dem Datenschutz wurde immer schon ein besonderer Stellenwert eingeräumt.“