Durchbruch für „neues Kreuz“ in Rankweil

Vorarlberg / 14.01.2020 • 18:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Gutachten hat aufgezeigt, dass das alte Kreuz statische Probleme verursacht hätte. Es muss der Abrissbirne weichen. VN/Knobel
Ein Gutachten hat aufgezeigt, dass das alte Kreuz statische Probleme verursacht hätte. Es muss der Abrissbirne weichen. VN/Knobel

Pläne vor Einreichung. Altbau muss geschliffen werden.

Rankweil Im September 2013 hat das Traditionsgasthaus Kreuz am Fuß des Liebfrauenbergs seine Pforten geschlossen. Seither steht das Gebäude ungenutzt da und der Zahn der Zeit hat bereits sichtbare Spuren hinterlassen. Dabei ist es eine Bestlage – direkt bei der Auffahrt zur Basilika -, an der das Gebäude steht. 2014 war das Kreuz von einem Investor gekauft worden, der große Pläne für das Haus präsentierte. 2016 wurde auch ein Pächter für ein „neues Kreuz“ vorgestellt. Letztlich erwiesen sich die Pläne aber als Luftschlösser, unterschiedliche Projekte wurden zwar vorgestellt, aber nicht umgesetzt. Das Kreuz verfiel weiter.

Im April 2019 dann eine Wende. Susanne Dieterle übernahm 90 Prozent der GmbH, die das Kreuz besitzt. Rasch präsentierte sie ein neues Konzept und nahm die Verhandlungen mit der Marktgemeinde Rankweil auf. Das Problem war nämlich, dass die Pläne Dieterles einen Abriss und dann eine Neuerrichtung des Gebäudes vorsahen, während im Teilbebauungsplan vorgesehen war, den Bestand zu erhalten. Ein zwischenzeitlich erstelltes Gutachten zeigte dann auf, dass die Erhaltung der Bausubstanz statische Probleme mit sich bringen würde. Deshalb entschied der Ortsentwicklungsausschuss nach mehreren Adaptierungen der Pläne, diesen zuzustimmen. Aktuell prüft Architekt Helmut Kuess, er hat den Teilbebauungsplan erstellt, das Ansuchen auf Abweichung von diesem. Im Rathaus geht man von einer positiven Beurteilung aus.

Pläne werden eingereicht

Damit dürfte jetzt der Durchbruch erzielt worden sein. Susanne Dieterle bestätigt, dass nun die Baueingabe bei der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch und der Baurechtsverwaltung Vorderland erfolgen wird. Das Kreuz soll komplett neu aufgebaut und in zwei Gebäude geteilt werden. In einem Gebäude, das sich optisch sehr stark am alten Gebäude orientieren wird, wird ein gehobenes Restaurant sowie ein getrennt geführter Gewölbekeller mit Bar, ein Tagescafe und zwanzig Vertreter-Wohnungen entstehen. „Wichtig ist mir, dass es dort auch wieder einen Stammtisch geben wird“, erklärt Dieterle. Auch einen Gastgarten wird es wieder geben. Dahinter entsteht ein zweiter, eine Etage niedrigerer Baukörper mit elf Wohnungen. Noch sind die Behörden am Wort, geplant wäre der Abriss im April oder Mai. Das „neue Kreuz“ soll dann zwei Jahre später fertig sein.

Vonseiten der Gemeinde Rankweil betont man, dass man sicherstellen möchte, dass das Projekt auch realisiert und das alte Gasthaus Kreuz nicht umsonst abgerissen wird. Deshalb strebt man an, einen Bausicherungsvertrag mit Bauherrin Dieterle zu schließen, womit diese auch einverstanden ist. „Ich will ja auch endlich bauen“, betont sie. VN-GMS, TK

„Wichtig ist mir, dass es auch im neuen Kreuz wieder einen Stammtisch geben wird.“