Lohnverhandlungen für private Sozialberufe stocken

Vorarlberg / 14.01.2020 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Speziell in der Pflege herrscht ein eklatanter Mangel an geschultem Personal. VN/LERCH

Gewerkschaft organisiert für morgen, Mittwoch, Kundgebung in Rankweil.

Rankweil Die Verhandlungen um eine Lohnerhöhung für die gut 7700 Beschäftigten in den privaten Sozialberufen sind ins Stocken geraten. Die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) fordert 100 Euro mehr, die Arbeitgeber wollen allerdings nur 60 Euro zahlen. „Das sind 40 Euro zu wenig“, stellt GPA-Landesgeschäftsführer Bernhard Heinzle trocken fest. Begründet wird die Zurückhaltung von den Arbeitgebern damit, dass das Land, aus dessen Sozialfonds der Großteil der Gehälter bestritten wird, nicht mehr Geld bereitstellen will. Der Gewerkschaft greift dieses Argument zu kurz. Mit einer Kundgebung heute, Mittwoch, um 16.30 Uhr auf dem Marktplatz in Rankweil soll ein Zeichen gesetzt werden. „Wertschätzung allein reicht nicht. Soziale Arbeit muss auch finanziell mehr wert sein“, sagt Heinzle, der rund 1000 Teilnehmer zur Kundgebung erwartet.

Drei ergebnislose Runden

Am 1. Februar 2020 sollte der neue Kollektivvertrag in Kraft treten. Bislang sind drei Verhandlungsrunden allerdings ergebnislos verlaufen. Laut Bernhard Heinzle ist die Einsicht auf eine adäquate Lohnerhöhung bei den Arbeitgebern durchaus da, was vorrangig dem erdrückenden Personalmangel speziell in der Pflege und Kinderbetreuung geschuldet sei. Trotzdem wollen sie ohne Landesunterstützung keine monetären Zugeständnisse in der von der Gewerkschaft geforderten Höhe machen. Die Löhne für den privaten Sozialbereich werden zu 85 Prozent aus dem von Land und Gemeinden finanzierten Sozialfonds bestritten.

Gesamtpaket erforderlich

Die im Kollektivvertrag vereinbarten Bruttolöhne bewegen sich zwischen 1700 und 4600 Euro. Das durchschnittliche Gehalt liegt derzeit bei 2200 Euro brutto. Immer wieder ist von Verantwortlichen zu hören, die Sozialberufe müssten attraktiver werden. „Das lässt sich aber nicht nur mit Wertschätzung bewerkstelligen. Am Ende des Tages geht es für die Beschäftigten auch ums Geld“, betont Heinzle und spricht von einem Gesamtpaket und davon, dass sich endlich etwas bewegen müsse. Die Gewerkschaft nimmt das nun wortwörtlich, hat gemeinsam mit den Betriebsräten die Mitarbeiter der privaten Sozialberufe mobilisiert und sogar eine eigene Webseite eingerichtet (gewerkschaft-in-vorarlberg.at/sozial-kv). Dort wird über die laufenden Kollektivvertragsverhandlungen aktuell informiert. Heinzle selbst hofft, sie bald in der vorgesehenen Form zum Abschluss bringen zu können.