Skiwochen heuer nur in luftiger Höh‘ möglich

Vorarlberg / 14.01.2020 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wenn die äußeren Bedingungen passen, geht nichts über eine echte Pistengaudi im Rahmen einer klassischen Skiwoche. STEMER-MOOSMANN

Die meisten Schulen haben wohlweislich in sicheren Skigebieten gebucht. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Schwarzach Talabfahrt ist im heurigen Winter zum Fremdwort geworden. Skifahren und Snowboarden spielt sich im Wesentlichen nur oberhalb von 1000 Metern ab, ohne Kunstschnee ginge gar nichts. Für die meisten Schulen, die Wintersportwochen durchführen, sind die vorherrschenden Verhältnisse dennoch kein Problem. Sie haben in schneesicheren Skigebieten in entsprechender Höhe gebucht, dort, wo Ski-und Snowboardfahren problemlos möglich ist.

Das schneelose Bödele

Pech haben jene, die das nicht getan haben. „Wir wollten mit zwei zweiten Klassen diese und kommende Woche aufs Bödele. Aber das geht nun leider nicht“, berichtet Christoph Hämmerle, Direktor der Mittelschule Dornbirn Markt. Die Hoffnung lebt beim Schulleiter und seinem Personal dennoch. „Jetzt haben wir einen Kurs auf Ende Jänner verschoben, den anderen auf März. Und wenn das nicht gehen sollte, werden wir mit den betroffenen Klassen eben eine Projektwoche in Erwägung ziehen“, will sich der Schulleiter nicht in Pessimismus ergehen.

„Nach dem Semesterferien gehen wir mit vier Klassen nach Damüls. Wir haben keine Angst, dass diese Veranstaltung abgesagt werden muss. Damüls ist sicher“, äußert sich Thomas Koch, Direktor der Mittelschule Egg. Ähnlich gelassen ist Hanno Metzler, Schulleiter der MS Hittisau. „Wir gehen vom 27. bis 31. Jänner mit zwei zweiten Klassen nach Damüls auf eine klassische Skiwoche. Die ist überhaupt nicht in Gefahr.“

Kreativität gefragt

Konrad Berchtold, Schulqualitätsmanager für Bewegungserziehung und Sport, verweist auf die Schneesicherheit in den stark frequentierten Gastgeberorten von Ski- und Wintersportwochen. „Egal ob Gapfohl, Damüls-Mellau, das Montafon, Warth oder Schoppernau: Es geht überall gut zum Skifahren. Nicht zuletzt natürlich auch wegen der Kunstschneeproduktion.“

Berchtold räumt ein, dass in genannten Skigebieten nicht alle Pisten zur Verfügung stehen. „Aber das ist egal. Bei einem geringen Pistenangebot ist die Kreativität der Sportlehrer gefragt. Das Repertoire an sinnvollen Beschäftigungsmöglichkeiten und Spielen an der frischen Luft ist groß. Man kann auch auf wenigen Pisten für entsprechende Abwechslung sorgen“, hält Berchtold fest. Die Bedingungen in den Wintersportorten seien hervorragend.

Viel mehr Sorgen macht sich der Fachinspektor wegen der sinkenden Zahl der Pädagogen, die Ski- und Wintersportwochen durchführen bzw. begleiten. „Mehr und mehr Lehrer sind selbst keine Skifahrer mehr. Hinzu kommt, dass der administrative Aufwand zur Durchführung solcher Wochen immer größer wird.“

„Mehr und mehr Pädagogen sind heutzutage leider keine Skifahrer mehr.“

Konrad Berchtold, Fachinspektor Bewegung und Sport

Solche Entwicklungen führen dazu, dass die klassischen Skiwochen vielfach ausgedient haben. Wie etwa an der MS Hard Markt. Dort führt man heuer „nur“ eine Winteraktivwoche durch. Während dieser wird hauptsächlich gewandert und eisgelaufen.

Voll belegtes Schulsportzentrum

Voll belegt ist trotzdem auch heuer wieder das Vorarlberger Schulsportzentrum Tschagguns. „Es kommen 64 Schulklassen mit 1443 Personen. Abgesagt hat niemand“, berichtet Leiter Elmar Egg. Nahezu alle Gäste im Schulsportzentrum kommen aus heimischen Bildungsanstalten. „Nur zehn Schulklassen, die wir heuer beherbergen, kommen nicht aus Vorarlberg.“