Vier Teenager auf Einbruchstour

Vorarlberg / 14.01.2020 • 22:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Jugendlichen auf der Anklagebank bringen nicht nur ihre Eltern, sondern auch die Justiz zum Verzweifeln. eckert
Die Jugendlichen auf der Anklagebank bringen nicht nur ihre Eltern, sondern auch die Justiz zum Verzweifeln. eckert

Trotz mehrerer Vorstrafen und Schuldenbergen lernen Jugendliche nichts dazu.

Feldkirch Das Quartett besteht aus einem 15-Jährigen, zwei 16- und einem 18-Jährigen. Nur der Letztere hat strafrechtlich noch eine weiße Weste, ansonsten „kennt man sich“ bereits. Der Jüngste hat eine Vorstrafe und bereits 3000 Euro Gerichtsschulden, die Mutter stöhnt. Der zweite Junge hat mit 16 bereits drei Vorstrafen, drei Monate Haft auf Bewährung offen und satte 8000 Euro Schulden. Job hat er keinen, eine Bewerbung habe er aber geschrieben, sagt er bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. Auch sein Alterskollege bringt es auf eine Vorstrafe und 5600 Euro Schulden, unter anderem aus BH-Strafen.

„Was soll ich nur mit Ihnen machen, langsam bin ich mit meinem Latein am Ende. Sehen wir uns jetzt im Monatsrhythmus?“, weiß auch Richter Richard Gschwenter bald keine andere Lösung mehr als Gefängnis.

Spiel mit dem Feuer

Im September brachen drei der vier Jugendlichen immer wieder ein und beschädigten mutwillig Dinge. Die Beute waren oft Dinge von geringem Wert, doch Einbruch bleibt Einbruch. So wurden bei der Diebstour durchs Oberland oft Lebensmittel gestohlen. Außerdem zählten Feuerzeuge und Raumsprays zur Beute der Teenager. Auch bei der Schützengilde im Montafon brach man ein und holte sich etwas zu essen. Man schlug Scheiben ein, versprühte zum Spaß Feuerlöscher auf einem Vorplatz, verschmutzte in einem Ferienhaus Lebensmittel, riss Blumen aus Beeten und warf sie auf die Fahrbahn. Ein paar Kumpel der jungen Leute sitzen in Haft, weil sie sich partout nicht bessern wollten, bei den nun Angeklagten ist es ebenfalls fünf vor zwölf.

Auch eine Dreisterneunterkunft suchten die Jugendlichen heim. Einer von ihnen schlich sich hinter die Rezeption und nahm dort zehn Euro und 50 Schweizer Franken mit. Außerdem eine fremde Bankomatkarte und ein Scheckkartenetui. Mit der gestohlenen Bankomatkarte kauften die Teenager Zigaretten im Wert von 120 Euro. Alle versprechen vor Gericht Besserung, die Mütter in der zweiten Reihe hoffen und der Richter macht klar, dass nicht mehr viel Luft nach oben ist.

Einer der Jugendlichen schlug dereinst im Dienstfahrzeug der Polizei dermaßen mit dem Kopf gegen die Scheibe, dass das Glas zerbarst.

Geld- und Haftstrafen

Der Unbescholtene mit den wenigsten Fakten steigt mit 320 Euro Geldstrafe aus. Den nächsten trifft es bereits 720 und weitere 720 Euro auf Bewährung. Der Dritte muss 1000 Euro bezahlen und – leistet er sich zukünftig die kleinste Kleinigkeit – zwölf Monate unbedingte Haft. Der 15-Jährige muss 560 Euro zahlen, weitere 560 Euro gibt es auf Bewährung. EC