60 Jahre ewig dein, ewig mein, ewig uns

Vorarlberg / 15.01.2020 • 17:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein verliebtes Paar.
Ein verliebtes Paar.

Dornbirn Am 16. Jänner 1960 haben sich Herlinde und Hermann Hödl in der Dornbirner Stadtpfarrkirche ihre gegenseitige Liebe, Achtung und Ehre geschworen. In diesen sechs Dekaden haben die beiden auch in schwierigen Zeiten stets treu zueinander gehalten.

Herlinde wurde am 15. September 1940 in Neudorf in der Oststeiermark als zweites von drei Kindern geboren. Sie verlor im Krieg ihren Vater und musste wegen der Kriegswirren mit ihrer Familie aus ihrem Haus fliehen. Nach der Hauptschule hat sie in der elterlichen Landwirtschaft gearbeitet und nebenbei im Kino ihr erstes eigenes Geld verdient.

Hermann hat am 7. Dezember 1938 in Poppendorf im Südburgenland als drittes von vier Kindern das Licht der Welt erblickt. Seine Kindheit war ebenso geprägt von den Kriegsjahren im Kampfgebiet zwischen den deutschen und russischen Fronten. Während Vater und Bruder im Kriegseinsatz waren, brannte sein Elternhaus ab. Noch vor dem 14. Geburtstag musste er gegen seine Präferenzen eine Metzgerlehre in Fürstenfeld antreten. Als Metzgergeselle führte ihn sein Weg in die Oststeiermark, wo er seine spätere Ehefrau kennen lernte. Nach dem Militärdienst beschloss er, seinen Beruf zu wechseln und nach Vorarlberg zu ziehen, wovon er auch Herlinde überzeugen konnte.

Willkommen in Vorarlberg

Noch heute erzählen die beiden von ihren ersten Eindrücken auf Vorarlberger Boden, als Einheimische sie am Dornbirner Bahnhof mit den Worten „dio Usländar kommand“ empfingen. Der Überzeugungsarbeit von Herlinde ist es zu verdanken, dass sie heute trotzdem noch hier sind. Denn in der damals aufstrebenden Textilwirtschaft fanden sie zwar leicht Arbeit, aber niemand wollte anfangs dem noch unverheirateten Paar eine Wohnung vermieten. Einem älteren Herrn im Hatlerdorf waren die beiden aber so sympathisch, dass sie nach langer Suche doch noch eine einfache Herberge fanden.

Gemeinsam stark

Im Jahr ihrer Hochzeit kam Sohn Helmut auf die Welt, drei Jahre später komplettierte Wolfgang das familiäre Glück. Nach einigen Jahren in der Webergasse kaufte das fleißige Paar vor über 50 Jahren im Gütle ein Grundstück am sonnigen Hügel und baute mit viel Eigenleistung ein großes Einfamilienhaus. In ihren Textilberufen haben sich Herlinde bald zur Weberin und Hermann zum Obermeister hochgearbeitet. Gesundheitliche Probleme haben beide Berufskarrieren vorzeitig beendet.

Hermann und Herlinde sind musikalisch sehr begabt. In ihrer entbehrungsreichen Jugend bekamen sie aber keine Chance, Instrumente zu erlernen – so blieb es beim Gesang. Ihren Nachkommen haben sie eine fundierte musikalische Ausbildung ermöglicht – und ihre Hausmusik machte ihnen immer viel Freude.

Familie über alles

Ihr wichtigster Lebensinhalt ist heute die Familie, die sie stets beschützt und vorbildlich umsorgt haben. Vor über 30 Jahren haben beide Söhne geheiratet und ihren Eltern vier Enkelkinder beschert. Mittlerweile kamen vier Urenkel dazu. Nun können Hermann und Herlinde ihre diamantene Hochzeit im Kreis ihrer Lieben feiern. Dem Jubelpaar wünschen alle noch viele schöne und glückliche Jahre und zugleich viel Freude bei der Familienfeier!

Damals wie heute in Liebe vereint. Fam. Hödl
Damals wie heute in Liebe vereint. Fam. Hödl