Neos-Kritik an Plänen für Waldcamping Feldkirch

Vorarlberg / 16.01.2020 • 17:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch das angrenzende Waldbad wird modernisiert.

Auch das angrenzende Waldbad wird modernisiert.

Stadt weist Vorwürfe bezüglich Fairness der Ausschreibung zurück.

Feldkirch In den kommenden Jahren will die Stadt Feldkirch fast sechs Millionen Euro in die Modernisierung von Waldbad und Waldcamping investieren. Ein Projekt, das in der Stadtvertretung breite Zustimmung findet, aber von einer Fraktion, den Neos, scharf kritisiert wird. Gerade die Errichtung eines Wellnessbereichs am Campingplatz, der der Stadt gehört, stößt den Neos sauer auf. „Wir sehen nicht ein, dass dafür Steuergelder verschwendet werden“, erklärt Neos-Stadtvertreter Georg Oberndorfer. Immerhin gebe es in der Region genug privat betriebene Campingplätze. Seine Fraktion hat deshalb auch dem städtischen Budget 2020 die Zustimmung verweigert.

Kritik am Vergabeverfahren

Der Widerstand hat wenig gefruchtet, es wird trotzdem gebaut. Nun richtet sich die Neos-Kritik gegen das Vergabeverfahren. „Die Stadt Feldkirch führt dabei aber, entgegen den Gepflogenheiten im Land Vorarlberg, keinen Wettbewerb in Kooperation mit der Architektenkammer durch“, ärgert sich Oberndorfer in einer Presse-Aussendung. Aus diesem Grund hätten – „dem Vernehmen nach“, wie es in der Aussendung heißt – zahlreiche Vorarlberger Architekten die Teilnahme am Verfahren verweigert. Für Oberndorfer ist klar: „Nur ein Wettbewerb, der in Kooperation mit der Architektenkammer durchgeführt wird, ist der Garant für ein faires und transparentes Verfahren.“ Die Stadt solle deshalb die Ausschreibung auf einen Wettbewerb umstellen.

„Korrekte Vorgehensweise“

Nachdem in der Neuen die Kritik publik wurde, hat die Stadt reagiert und betont, dass eine Kommune nach Bundesvergabegesetz im Bereich geistiger Dienstleistungen, wie etwa Architektur oder Generalplanung, zwei Möglichkeiten habe: das zweistufige Vergabeverfahren, das hier gewählt wurde, oder eben einen Architekturwettbewerb. In beiden Verfahren würde anhand fachlicher Kriterien entschieden. Bürgermeister Wolfgang Matt versteht deshalb die Kritik nicht, die Stadt sei schon öfters so vorgegangen. Zudem sei in den fraktionsübergreifenden Vorgesprächen von Seiten der mitwirkenden Parteien nie über die Verfahrensart Auskunft begehrt worden. „Dazu hätte es aber ausreichend Gelegenheit gegeben“, ist der Bürgermeister überzeugt. VN-GMS

Neben der flächenmäßigen Erweiterung sollen eine Gastronomie, ein Minimarkt und ein Wellnessbereich errichtet werden. Stadt
Neben der flächenmäßigen Erweiterung sollen eine Gastronomie, ein Minimarkt und ein Wellnessbereich errichtet werden. Stadt