Zum Gedenken

Vorarlberg / 16.01.2020 • 17:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Lustenau, Mellau Am 3. Jänner 2020 verstarb nach erfülltem Leben Lina (Karoline) Hämmerle im Josefsheim in Bizau. Geboren wurde sie am 18. Juli 1923 als zweites von vier Kindern in Lustenau. Der Wunschberuf Lehrerin war leider nicht finanzierbar, nach dem Krieg war sie einige Jahre bei der Gemeinde beschäftigt, wechselte dann zur Fa. Bösch Heizungen und kam schließlich zu einer Stickerei in Heerbrugg.

In ihrem Elternhaus traf sie in dieser Zeit den Jungpriester Hermann Alge, der mit der Familie befreundet war. Als er in Schwarzach seine erste Stelle angetreten hatte und eine Köchin suchte, bat Linas Mutter diese, den Posten anzunehmen. So startete Lina in einen neuen Lebensabschnitt, der mehr als 50 Jahre dauern sollte.

Der zweite Wirkungsort von Hermann Alge war das Oberdorf in Dornbirn. Wohnungsmäßig geriet Lina vom Regen in die Traufe, wieder gab es kein Bad, keine Waschküche und in der Küche jahrein jahraus „ka Sunno und kann Mo“ – wie sie sagte. Man fuhr also weiter zum Baden und Wäsche waschen nach Lustenau.

1964 übernahm Pfarrer Alge die Pfarre Mellau. 45 Jahre lang bis zu seinem Tod im Jahr 2009 stand sie diesem in der Folge im Pfarrhaus zur Seite. Immer im Hintergrund sorgte sie doch für den reibungslosen Ablauf der Tagesgeschäfte, war für Generationen von Ministranten, Sternsingern und Kirchenblattausträgern Anlaufstelle und verwöhnte Besucher immer wieder mit Schweizer Köstlichkeiten. Über 30 Jahre leitete sie die Pfarrbücherei Mellau, war über den Tod des Herrn Pfarrer hinaus für die religiösen Schriften zuständig und betreute den Kerzenstand in der Kirche. Während der langen Krankheit des Pfarrherrn sorgte sie für ihn und ermöglichte durch ihre Pflege, dass er daheim in seinem Mellauer Pfarrhaus sterben konnte. 2012 übersiedelte sie in eine Wohnung an den Unterrain. Als die Beschwerden des Alters sich immer stärker bemerkbar machten, zog sie schweren Herzens ins Josefsheim nach Bizau, wo sie liebevolle Aufnahme erfuhr. Geistig rege bis zuletzt verfolgte sie stolz das Heranwachsen ihrer Neffen und Nichten und deren Nachkommenschaft und freute sich über jeden Besuch.

Pfr. Thomas Sauter, der in der Erlöserkirche in Lustenau gemeinsam mit Pfr. Georg Willam und Kaplan Thomas Huber den Auferstehungsgottesdienst feierte, würdigte sie in seiner Ansprache als „gute Hirtin“, deren felsenfester Glaube ihr bis zuletzt ein hell leuchtender Stern gewesen sei.