Brutale Schlägerei vor Fahrschule

Vorarlberg / 17.01.2020 • 21:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte muss 7000 Euro Schmerzensgeld berappen. eckert
Der Angeklagte muss 7000 Euro Schmerzensgeld berappen. eckert

18-jähriger Schüler schlug wie von Sinnen auf bewusstlosen Kontrahenten ein.

Feldkirch Der Lustenauer gilt rechtlich als unbescholten, doch bereits mit 14 Jahren hatte er die erste außergerichtliche Sanktion, später gab es wegen körperlichen Übergriffen eine weitere Diversion. Doch nun steht der junge Mann wegen absichtlich schwerer Körperverletzung vor Gericht. Wegen einer Lappalie schlug er einen 19-Jährigen, den er seit der Volksschule kennt, brutal zusammen. Die Folgen: Fraktur des Kiefers, Wunde an der Oberlippe und weitere Verletzungen im Kopfbereich. Noch heute hat der junge Mann Schmerzen, dabei ist der Vorfall fast drei Monate her.

Geringfügiger Anlass

Die Attacke ereignete sich am Abend vor einer Oberländer Fahrschule. Einige bereiteten sich auf ihre Führerscheinprüfung vor, als die beiden jungen Männer aufeinandertrafen. Dabei kam zur Sprache, dass der 19-Jährige vor zirka einem Jahr die Freundin des Schülers begrapscht haben soll. „He Bruder“, meinte das spätere Opfer beschwichtigend, da kam bereits der erste Faustschlag des Gegners. Der war so heftig, dass der Kontrahent sofort zu Boden ging. Mehrere Faustschläge gegen den Kopf folgten, auch Tritte gegen den Oberkörper wurden ausgeteilt. Der am Boden Liegende war bewusstlos, trotzdem trat der Angreifer wie von Sinnen weiter auf den Wehrlosen ein.

„Ich war völlig außer Kontrolle, ich weiß nicht warum ich so ausgerastet bin“, behauptet der Angeklagte am Landesgericht Feldkirch. Dass der andere „Bruder“ zu ihm sagte, habe ihn so aufgeregt. Ein „Bruder“ sei jemand Loyaler, jemand, der einem nichts Schlechtes will, versucht er seine Wut zu erklären. Mehrere Fahrschüler beobachteten den Vorfall, eilten zur Rauferei und forderten: „Hör auf, lass ihn!“, doch der Schläger hörte nicht auf und prügelte weiter.

Volle Absicht

Für Staatsanwalt Heinz Rusch ist klar, dass volle Absicht hinter dieser Brutalität steckt. Das Opfer war im Gesicht so schwer verletzt, dass es eigentlich operiert hätte werden sollen. Doch in diesem Bereich des Kiefers ist es offenbar zu heikel, weshalb man von einer Operation aus medizinischen Gründen lieber absah. Die Strafe geht gerade noch mit einer bedingten Haftstrafe von zehn Monaten aus. 1920 Euro werden an Geldstrafe ausgesprochen, dem Opfer allerdings 7000 Euro Teilschmerzensgeld zuerkannt. „Es werden vermutlich noch etliche Tausend Euro an Forderungen auf Sie zukommen“, macht Richterin Sabrina Tagwercher dem Schläger klar. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. EC