Gericht: Betrunkener E-Biker verurteilt

Vorarlberg / 17.01.2020 • 09:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte war umfassend geständig und entschuldigte sich beim Unfallopfer. ECKERT

Radler verletzte 77-jährigen Fußgänger schwer.

Christiane Eckert

Feldkirch Um halb elf Uhr vormittags schaute der Dornbirner Pensionist an jenem Junitag bei einem Kollegen vorbei. Der Rentner ließ sich einen Liter gespritzten Most schmecken, am Nachmittag fuhr er gegen halb vier Uhr von Dornbirn kommend mit seinem E-Bike in Richtung Lustenau. Es geht leicht bergab Richtung Messepark, eigentlich ist es ein reiner Gehweg, doch vielfach wird dieser von Radlern auf illegale Weise mitbenutzt. „Nicht einmal die Polizei wusste, dass der Weg ein reiner Gehweg ist und formulierte das im Protokoll zunächst falsch“, setzt sich Verteidiger Christoph Dorner bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch für seinen Mandanten ein.

Auf dem Gehweg war zu diesem Zeitpunkt ein 77-jähriger Mann mit seinem Gehstock unterwegs. Laut dem Angeklagten sei der Fußgänger plötzlich etwas ausgeschert, als er selbst einen anderen Biker überholen wollte. „Ich habe noch geklingelt und geschrien, aber es war zu spät“, so der Beschuldigte. Jedenfalls kam es zur Kollision. Das Unfallopfer erlitt eine Blutung zwischen Hirnhaut und Gehirn, eine Gesichtsfraktur und einen Bruch des Handgelenks. Der Mann hat noch Schmerzen, die Hand kann er nicht mehr so gut bewegen wie zuvor. Ihm werden vom Gericht 2000 Euro Teilschmerzensgeld zugesprochen. Er hat keine Erinnerung mehr an den Unfall. „Ich bin erst im Krankenhaus aufgewacht“, sagt der Zeuge. Einen Monat lang musste er einen Gips tragen.

4080 Euro teilbedingte Strafe

Der Radfahrer, der beim Unfall 1,1 Promille hatte, wird wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. Mildernd sind das Geständnis und der Umstand, dass der Angeklagte den Verletzten besuchte, sich entschuldigte und dass er sich bislang strafrechtlich noch nie etwas hat zuschulden kommen lassen. Die Strafe wird mit 4080 Euro bemessen, davon muss er 2720 Euro bezahlen. Der Rest wird vorläufig auf Bewährung nachgesehen. „Selbst wenn es ein Geh- und Fahrweg gewesen wäre, hätten Sie mindestens 50 Zentimeter Abstand halten müssen. Zudem waren Sie in der falschen Richtung unterwegs“, begründet Richter Georg Furtschegger abschließend das noch nicht rechtskräftige Urteil. Der Verurteilte hat eine Haftpflichtversicherung, die Schadensabwicklung ist im Gange.