Von Querelen und Wichtigmacherei

Vorarlberg / 17.01.2020 • 18:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bayerns Ministerpräsident Söder sorgt mit Antwortschreiben . . .Reuters
Bayerns Ministerpräsident Söder sorgt mit Antwortschreiben . . .Reuters

Im Fadenkreuz Der frühere Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach (63) sorgt sich um die Pläne der Bayern hinsichtlich des Brenner Basistunnels, der Norditalien, Tirol und Süddeutschland entlasten soll. Die Süddeutschen würden beim Bau der nördlichen Zulaufstrecke zum Tunnel deutlich hinterherhinken, behauptet er. Jetzt sieht Gorbach seinen Verdacht erhärtet. Er hat aus Bayern nämlich einen Brief erhalten. Die Vorgeschichte: Im Oktober 2019 richtete sich Gorbach an Ministerpräsident Markus Söder (53), nachdem dieser seine Landsleute aufgefordert hatte, aufgrund der Tiroler Fahrverbote ihren Skiurlaub besser in Bayern als in Österreich zu verbringen. Gorbach schreibt unter anderem von der erwarteten Entlastung durch den Basistunnel. Da die Bayern zu viel Zeit verstreichen ließen, müsse die Inbetriebnahme des Tunnels 2028 wohl ohne nördliche Zulaufstrecke erfolgen, sagt Gorbach als Aufsichtsrat der Brenner Basistunnel SE. Nun folgte die Antwort, zwar nicht von Söder persönlich, aber von seinem Ministerialdirigenten. Zum jetzigen Zeitpunkt sei noch nicht klar, ob eine Neubaustrecke erforderlich sei, heißt es darin. Eine endgültige Entscheidung werde erst getroffen. Gorbach ist freilich damit alles andere als zufrieden. Er will die Bayern jetzt jedenfalls im Auge behalten.

Genug von Genossen Er galt als Urgestein unter den Vorarlberger Genossen und über viele Jahre als streitbarer Gewerkschafter. Jetzt hat er die Nase gestrichen voll von der Partei und hat sein Parteibuch in den Papierkorb geworfen: Norbert Loacker (67) hat am 14. Jänner seine Mitgliedschaft bei den Sozialdemokraten an den Nagel gehängt. Als Grund dafür führt Loacker in seinem Schreiben an die Landespartei zwar „Unzufriedenheit mit der Bundespartei“, sprich mit Parteichefin Pamela Rendi-Wagner (48, SP) an. Unter den Genossen im Land ist jedoch vielfach die Rede davon, dass für den Absprung wohl ständige Querelen mit Landesparteichef Martin Staudinger (40, SP) der Hauptgrund sein dürften. Wie dem auch sei: Jetzt will sich Loacker offenbar als Parteifreier auf der SP-Liste in seiner Heimatgemeinde Götzis politisch engagieren und kandidieren. Ortsparteichef Christian Vögel (44, SP) soll bereits eine Zusage Loackers in der Tasche haben. Stichwort Götzis und Kandidatur: Vögel soll auch abtrünnige Freiheitliche wie Ex-Bundesrat Christoph Längle (40) und dessen Lebensgefährtin Kornelia Ender (53) dazu überreden, bei der Gemeindewahl auf seiner Liste mitzumachen.

Unnötig Den Inhalt eines Schreibens des Landesstellenausschusses der neuen Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) halten viele Adressaten im Land für „unnötigen Aufwand und Wichtigmacherei“. Der Grund: In dem von Stellenleiter Christoph Metzler (59) unterzeichneten Brief wird darauf verwiesen, dass Wirtschaftsbunddirektor Jürgen Kessler (44) bis Juli 2020 und Manfred Brunner (57) den Rest des Jahres den Vorsitz in der ÖGK Vorarlberg führt, die Angeschriebenen aber ungeachtet dessen Einladungen und Infos jeweils ganzjährig an beide Vorsitzenden gleichzeitig versenden sollen.

. . . bei Altvizekanzler Gorbach für Unzufriedenheit.VN
. . . bei Altvizekanzler Gorbach für Unzufriedenheit.VN