Vorarlberg 2019 ein Land der Gründerinnen

Markt / 18.01.2020 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Immer mehr Frauen gründen in Vorarlberg Unternehmen. Im Jahr 2019 waren es erstmals mehr Frauen als Männer, die sich selbstständig gemacht haben.<span class="copyright"> Adobe Stock</span>
Immer mehr Frauen gründen in Vorarlberg Unternehmen. Im Jahr 2019 waren es erstmals mehr Frauen als Männer, die sich selbstständig gemacht haben. Adobe Stock

1103 Firmen wurden im Jahr 2019 in Vorarlberg gegründet.

Feldkirch, Egg Sein eigener Chef zu sein, ist einer der wichtigsten Gründe dafür, sich in die Selbstständigkeit zu wagen. 2019 waren es erstmals mehr Frauen, die den Sprung ins Unternehmertum wagten, die den Wunsch hegten, ihre eigene Chefin zu sein. Insgesamt waren es 1103 Firmen, die im vergangenen Jahr in Vorarlberg tätig geworden sind, bei den Einzelunternehmen beträgt der Frauenanteil 50,4 Prozent, unter ihnen ist auch die Eggerin Claudia Sutterlüty, die ein Unternehmen, das Pyjamas designt und vertreibt, gegründet hat und daneben als Consulterin tätig ist.

Solider Businessplan

Auch wenn alteingesessene Unternehmen angesichts solcher Zahlen gelegentlich skeptisch auf die neuen Mitbewerber reagieren, für die Volkswirtschaft sind sie wichtig. Durch sie bleibt ein Standort attraktiv, erneuert sich die Wirtschaft und bleibt dynamisch. Volkswirtschaftliche Überlegungen werden die wenigsten Gründer anstellen, ihnen geht es um einen soliden Businessplan, langfristige Zukunftsperspektiven und unternehmerischen Erfolg. Damit es damit klappt, ist das Gründerservice der Wirtschaftskammer erste Anlaufstelle für Neugründer, die Beratungen zur Gründung, zur Nachfolge und, den Zeichen der Zeit folgend, auch für Start-ups anbietet.

Spitzennoten für Beratung

Insgesamt 1174 Kunden wurden 2019 betreut, 734 individuelle Gründungsberatungen durchgeführt. Darüber hinaus nahmen 440 potenzielle Neugründer an 36 Gründerworkshops teil. Zusätzlich gab es 87 Gründer- und Jungunternehmercoachings sowie elf Veranstaltungen mit 817 Teilnehmern. „Eine laufende Evaluierung der Angebote hat gezeigt, dass auf einer Skala von 1 bis 6 die Gründungsberatungen mit 1,15 und die Gründerworkshops mit 1,32 bewertet wurden“, freut sich der Leiter des Gründerservices, Christoph Mathis, dass die Angebote so gut angenommen werden.

Claudia Sutterlüty hat die Angebote genutzt und hat, so sagt sie im Gespräch mit den VN, einen guten Überblick bekommen. Die Gründung sei recht unproblematisch gewesen, doch die Anmeldung war ihr etwas zu nüchtern. „Ich hätte mir gewünscht, das es etwas emotionaler ist.“ Die immer wieder urgierte Bürokratie hat sich für sie bisher als überschaubar erwiesen. Auch die ersten Monate als Selbstständige verliefen erfolgreich. Für ihre Pyjama-Firma entwirft die Eggerin die Schlafbekleidung selbst, die Produktion erfolgt mit regionalen Partnern, den Vertrieb übernimmt wiederum sie selbst.

Die Motive, sich selbstständig zu machen sind  mit leichten Schwankungen gleichbleibend.  „Wollte mein eigener Chef sein“ ist mit 73 Prozent der neue Hauptgrund. „Flexibler in der Zeit- und Lebensgestaltung zu sein“ gaben 69 Prozent an. Für WKV-Präsident Hans Peter Metzler sind die Ergebnisse ein Grund zur Freude: „Gründen heißt, Risiko und viel unternehmerische Verantwortung zu übernehmen. Wir werden uns weiterhin mit Kräften dafür einsetzen, den Standort so gründerfreundlich wie möglich zu gestalten.“

Gründer in Vorarlberg

9,3 Prozent der Gründungen finden im Handwerk und Gewerbe statt, gefolgt vom Handel mit 27,7 Prozent.  

99,19 Prozent der Gründer, die mit dem Gründerservice Kontakt hatten, empfehlen dieses weiter.  

2,7 Arbeitsplätze wurden durchschnittlich von jedem neuen Unternehmen in Vorarlberg geschaffen.