14 Monate Haft für Hanfbauern

Vorarlberg / 20.01.2020 • 22:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der geständige Angeklagte hofft, dass seinem Ansuchen auf Therapie statt Strafe stattgegeben wird. eckert
Der geständige Angeklagte hofft, dass seinem Ansuchen auf Therapie statt Strafe stattgegeben wird. eckert

Etliche einschlägige Strafen, darunter auch Haftaufenthalte, verhinderten Bewährungsstrafe.

feldkirch Seit fünf Monaten sitzt der 29-jährige Vater eines Sohnes in Strafhaft. Vier Eintragungen hat er bereits in seiner Strafkarte, darunter Vermögens- und Körperverletzungsdelikte. Zum anhängigen Verfahren gelten sie als einschlägig und somit als strafverschärfend. Dieses Mal geht es zum einen um eine Indooranlage, in der in drei Anläufen Cannabis gezogen wurde.

Beim ersten Durchgang bekam der junge Mann plötzlich Angst, als die Polizei an seine Tür klopfte. Er riss die rund 20 Stecklinge heraus und schmiss sie in seiner Panik weg. Beim zweiten Anlauf kamen 28 Pflanzen zur Ernte, doch auch da bekam es der illegale Gärtner mit der Angst zu tun und erntete sie zu früh, das bedeutet, mit weniger Ertrag. 350 bis 400 Gramm schauten dabei heraus, mindestens 200 Gramm davon konsumierte er selbst. Den Rest verkaufte er für zehn Euro pro Gramm. Mit dem Geld finanzierte er seine Sucht, unter anderem auch nach Amphetaminen und Kokain. Beim dritten Anlauf mit 15 Pflanzen ergab die Ernte maximal 200 Gramm Cannabis.

Geständig

Zu all diesen Fakten ist der junge Mann geständig. „Mein Mandant weiß, dass er nun endgültig sein Leben ändern muss, wenn er die Sache noch irgendwie in den Griff bekommen will. Er ist seit Jahren süchtig, es wird Zeit, dass er endlich von dem ganzen Zeug loskommt“, setzt sich Verteidiger Alexander Wirth für eine milde Strafe ein. Doch die Sucht beschert dem Angeklagten, der ständig in Geldnot ist, noch weitere Probleme. Seinem Nachbarn stahl der Delinquent einen Fernseher aus dem Keller. Bei seinem Arbeitgeber ließ der Vorbestrafte mehrere Elektro- und Elektronikdinge mitgehen. Eine Bohrmaschine, mehrere Kopfhörer, zwei I-Pads. Weiters stahl er noch ein Ratschenset. Die Beute gab der Mann wieder zurück. Der Fernseher des Nachbarn wurde allerdings beschädigt, hier wird noch eine finanzielle Forderung auf den Dieb zukommen.

Therapie beantragt

„Mein Mandant ist eindeutig seit Jahren süchtig“, versucht Wirth dem 29-Jährigen eine Therapie zu ermöglichen. Pro Tag rauchte der junge Mann fünf Gramm Cannabis, konsumierte vor der Verhaftung zwei Gramm Amphetamine täglich, dazu rund fünf bis zehn Gramm Kokain pro Monat. Die Indooranlage und das bei der Hausdurchsuchung gefundene Suchtgift wurde konfisziert. Weil sich Drogengeschäfte nicht lohnen sollen, wurden 3000 Euro für verfallen erklärt, diese muss der Verurteilte dem Staat bezahlen. Wird die Therapie nicht genehmigt, muss der 29-Jährige die Strafe, 14 Monate, im Gefängnis verbringen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. EC