Noch kein Ruhestand für den Kardinal

Vorarlberg / 21.01.2020 • 19:04 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Wir beide sind unterschiedliche Typen, er ist Dogmatiker, ich bin Sozialarbeiter. Aber er hat mir immer blind vertraut und lässt mich tun. Das ist die Basis unserer Freundschaft. Seine Toleranz und seine Offenheit sind wohl auch auf seine Lebenserfahrung zurückzuführen: Seine Familie musste flüchten; die Ehe seiner Eltern ist gescheitert; in seinem eigenen Haus hat er einen Drogensüchtigen aufgenommen. Seine Lieblingsmesse in Wien ist die mit den Obdachlosen, da spürt man, wie ihm das Herz aufgeht. Bei einem Treffen mit ehemaligen Straßenkindern sagte er, es sei nicht entscheidend, ob du katholisch oder orthodox bist. Ja nicht einmal, ob du fromm bist. Die einzige Frage, die Jesus stelle, sei: „Was hast du dem Geringsten meiner Brüder getan?“ Zu seinem Geburtstag wünsche ich ihm, dass er wieder genussfähig sein kann, wenn er ein paar Lasten los ist. Heute ist er ein Sklave seines Kalenders, wie es sein Vorvorgänger im Amt, Kardinal Franz König, einmal formuliert hat. Pater Georg Sporschill (73)

Wir beide sind unterschiedliche Typen, er ist Dogmatiker, ich bin Sozialarbeiter. Aber er hat mir immer blind vertraut und lässt mich tun. Das ist die Basis unserer Freundschaft. Seine Toleranz und seine Offenheit sind wohl auch auf seine Lebenserfahrung zurückzuführen: Seine Familie musste flüchten; die Ehe seiner Eltern ist gescheitert; in seinem eigenen Haus hat er einen Drogensüchtigen aufgenommen. Seine Lieblingsmesse in Wien ist die mit den Obdachlosen, da spürt man, wie ihm das Herz aufgeht. Bei einem Treffen mit ehemaligen Straßenkindern sagte er, es sei nicht entscheidend, ob du katholisch oder orthodox bist. Ja nicht einmal, ob du fromm bist. Die einzige Frage, die Jesus stelle, sei: „Was hast du dem Geringsten meiner Brüder getan?“ Zu seinem Geburtstag wünsche ich ihm, dass er wieder genussfähig sein kann, wenn er ein paar Lasten los ist. Heute ist er ein Sklave seines Kalenders, wie es sein Vorvorgänger im Amt, Kardinal Franz König, einmal formuliert hat. Pater Georg Sporschill (73)

Die Nachricht erhielt Erzbischof Christoph Schönborn kurz vor seinem 75. Geburtstag.

schwarzach, wien Einen Tag vor seinem 75. Geburtstag, den er heute, Mittwoch, feiert, erhielt Kardinal Christoph Schönborn laut Erzdiözese Wien die Mitteilung, wonach Papst Franziskus sein Rücktrittsgesuch zumindest vorläufig nicht annimmt. Schönborn hatte es im Herbst im Zuge der Amazonien-Synode mit dem Hinweis auf gesundheitliche Gründe persönlich beim Papst eingereicht. Als beschlossen gilt hingegen, dass der Kardinal den Vorsitz in der Bischofskonferenz bei der nächsten Vollversammlung im März zurücklegen wird (die VN berichteten). Die Stelle soll der Salzburger Erzbischof Franz Lackner antreten, derzeit Stellvertreter Schönborns in diesem Gremium. Der Kardinal selbst bleibt als Erzbischof von Wien voll im Amt, vorläufig und auf unbestimmte Zeit, wie es in der Antwort aus Rom heißt.

Unbekannte Zeitspanne

„In der Praxis bedeutet diese als besonders ehrenvoll geltende Regelung, dass in Ruhe das Verfahren zur Findung eines geeigneten Nachfolgers durchgeführt wird“, hielt die Wiener Erzdiözese fest. Die Abberufung Schönborns als Erzbischof von Wien werde voraussichtlich zeitgleich mit der Bekanntgabe seines Nachfolgers erfolgen. Wann das sein wird, bleibt allerdings offen. In vergangenen Fällen betrug diese Zeitspanne oft mehr als ein Jahr.

Als Favorit für die Schuhe des Wiener Erzbischofs gilt dem Vernehmen nach weiterhin der Vorarlberger Diözesanbischof Benno Elbs (59). Er wurde schon ins Spiel gebracht, als Christoph Schönborn sein Rücktrittsgesuch bestätigte. Es ist nicht das erste Mal, dass der im Land äußerst beliebte und auch bei den Kirchenoberen geschätzte Geistliche mit höheren Weihen in Verbindung gebracht wird. Benno Elbs beteiligt sich grundsätzlich nicht an Personalspekulationen. Stattdessen betont er immer wieder, in Vorarlberg bleiben zu wollen. 

Ein konkreter Vorschlag für einen Nachfolger wird übrigens von der Vollversammlung der Bischofskongregation im Vatikan beschlossen und dann dem Papst vorgelegt. Der entscheidet jedoch höchstpersönlich und ist dabei nicht an den Vorschlag der Bischofskongregation gebunden. Hat sich der Papst festgelegt, wird Zustimmung des Kandidaten eingeholt. Danach informiert der Vatikan die österreichische Bundesregierung, die auch noch ihren Segen dazu geben muss. VN-MM, JOH

„Nun kann in Ruhe das Verfahren zur Findung eines Nachfolgers durchgeführt werden.“

Ich möchte Kardinal Schönborn ein großes Danke sagen: für seinen unermüdlichen Einsatz für die Kirche, für sein Vorbild im Glauben und sein Eintreten für Menschenrechte und Menschenwürde. Für die Zukunft wünsche ich ihm viel Gesundheit und Gottes Segen. Diözesanbischof Benno Elbs (59)

Ich möchte Kardinal Schönborn ein großes Danke sagen: für seinen unermüdlichen Einsatz für die Kirche, für sein Vorbild im Glauben und sein Eintreten für Menschenrechte und Menschenwürde. Für die Zukunft wünsche ich ihm viel Gesundheit und Gottes Segen. Diözesanbischof Benno Elbs (59)

Ich wünsche meinem Sohn zum heutigen Geburtstag gute Gesundheit, viel Liebe und Gottes Segen für seine weiteren Tätigkeiten. Außerdem sage ich ihm Danke für sein Wirken und überhaupt für alles, was er in seinem Leben bisher geleistet hat. Eleonore Schönborn (99)

Ich wünsche meinem Sohn zum heutigen Geburtstag gute Gesundheit, viel Liebe und Gottes Segen für seine weiteren Tätigkeiten. Außerdem sage ich ihm Danke für sein Wirken und überhaupt für alles, was er in seinem Leben bisher geleistet hat. Eleonore Schönborn (99)