Einsatz, Beharrlichkeit, Weitblick

Vorarlberg / 22.01.2020 • 18:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gregor Giesinger war vor allem für die Menschen da.
Gregor Giesinger war vor allem für die Menschen da.

Im 92. Lebensjahr verstarb der Altacher Alt-Bürgermeister Gregor Giesinger.

ALTACH Am 10. Jänner 2020 verstarb der Altbürgermeister von Altach, Gregor Giesinger, nach einem erfüllten Leben im 92. Lebensjahr. Mit unermüdlichem Einsatz, großer Beharrlichkeit und Weitblick konnte er im Laufe seiner Amtszeit von 1975 bis 1993 viele Vorhaben in die Tat umsetzen und eine positive Entwicklung der Gemeinde Altach herbeiführen. Zu seinen Stärken gehörte es aber auch, vor allem für die Menschen da zu sein, zuzuhören und nach Möglichkeit zu helfen.

Gregor Giesinger wurde am 4. August 1928 in Hohenems als viertes von fünf Kindern geboren und war von Geburt an in Altach wohnhaft. Sein Vater, Gregor Giesinger, Jahrgang 1876, war in der schwierigen Zwischenkriegszeit von 1919 bis 1938 Vorsteher und Bürgermeister.

Im Jahre 1964 heiratete der Verstorbene seine Frau Marlies, mit der er vier Kinder hatte. Er besuchte die Volksschule in Altach und schloss Ende Juli 1944 die zweijährige Wirtschaftsschule in Feldkirch ab. Am 5. September 1944 trat er eine Stelle bei der Firma Huber’s Erben in Götzis, wurde jedoch schon am 11. September 1944 zur Heimatflak nach Rum bei Innsbruck einberufen und in Berlin und Augsburg eingesetzt.

Nach seiner Entlassung aus dem Wehrdienst Ende Jänner 1945 arbeitete er in Altach als Gemeindeangestellter bei der Lebensmittelkartenstelle und trat am 1. April 1949 in die Firma Gebrüder Längle „Frixa“ als Exportleiter für den europäischen Markt ein. Die zahlreichen Firmenbesuche in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Schweden und Dänemark sowie die Teilnahme an den internationalen Messen in München, Köln, Frankfurt/Main, Brüssel und Amsterdam boten ihm ein sehr interessantes Arbeitsgebiet.

Gregor Giesinger wurde im Jahre 1955 in die Gemeindevertretung von Altach gewählt und übte von 1960 bis 1975 das Amt des Vizebürgermeisters aus. Im Jahre 1975 übernahm er von seinem Vorgänger Christian Schneider das Amt des Bürgermeisters und lenkte mit viel Umsicht und Gespür die Geschicke der Gemeinde Altach bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1993.

Vielseitiges Schaffen

In seine Amtszeit fiel 1976 die Gründung der Musikschule Mittleres Rheintal mit Hohenems, Götzis, Koblach, Mäder und Klaus, 1977 die Schaffung des Erholungszentrums Rheinauen als Gemeinschaftsprojekt mit Hohenems, das sich seither überregionaler Beliebtheit erfreut, die Erstellung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans 1977 sowie Grundzusammenlegungen zur Festlegung der Bauparzellen und deren Erschließung von 1975 bis 1993 im gesamten Siedlungsraum Altach. Dazu kam die Ortskanalisation verbunden mit dem Bau verkehrsberuhigter Straßen und die Grüngestaltung von 1976 bis 1993, die Errichtung des Sportplatzes Schnabelholz 1990 und der Ankauf von Grundstücken beispielsweise für das Sozialzentrum. Der Bau der Sportanlage Schnabelholz war wohl der Grundstein für die späteren Erfolge des SC Rheindorf Altach und machte die Gemeinde österreichweit bekannt.

Über viele Jahre war Gregor Giesinger in verschiedenen Funktionen beim SCR Altach tätig. Sowohl als Aktiver, Schriftführer und Kassier war er stets ein Förderer und Freund des Vereins. Für seine besonderen Verdienste wurde er daher auch mehrfach ausgezeichnet, darunter auch mit der Ehrenmitgliedschaft. EE