Noch kein Ruhestand für Kardinal Schönborn

Vorarlberg / 22.01.2020 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach seinen Erkrankungen ist Kardinal Christoph Schönborn wieder guter Dinge. APA

Rücktrittsgesuch blockte der Papst vorläufig ab.

schwarzach, wien Einen Tag vor seinem 75. Geburtstag, den er heute, Mittwoch, feiert, erhielt Kardinal Christoph Schönborn laut Erzdiözese Wien die Mitteilung, wonach Papst Franziskus sein Rücktrittsgesuch zumindest vorläufig nicht annimmt. Schönborn hatte es im Herbst im Zuge der Amazonien-Synode mit dem Hinweis auf gesundheitliche Gründe persönlich beim Papst eingereicht. Als beschlossen gilt hingegen, dass der Kardinal den Vorsitz in der Bischofskonferenz bei der nächsten Vollversammlung im März zurücklegen wird (die VN berichteten). Die Stelle soll der Salzburger Erzbischof Franz Lackner antreten, derzeit Stellvertreter Schönborns in diesem Gremium. Der Kardinal selbst bleibt als Erzbischof von Wien voll im Amt, vorläufig und auf unbestimmte Zeit, wie es in der Antwort aus Rom heißt.

Unbekannte Zeitspanne

„In der Praxis bedeutet diese als besonders ehrenvoll geltende Regelung, dass in Ruhe das Verfahren zur Findung eines geeigneten Nachfolgers durchgeführt wird“, hielt die Wiener Erzdiözese fest. Die Abberufung Schönborns als Erzbischof von Wien werde voraussichtlich zeitgleich mit der Bekanntgabe seines Nachfolgers erfolgen. Wann das sein wird, bleibt allerdings offen. In vergangenen Fällen betrug diese Zeitspanne oft mehr als ein Jahr.

Als Favorit für die Schuhe des Wiener Erzbischofs gilt dem dem Vernehmen nach weiterhin der Vorarlberger Diözesanbischof Benno Elbs (59). Er wurde schon ins Spiel gebracht, als Christoph Schönborn sein Rücktrittsgesuch bestätigte. Es ist nicht das erste Mal, dass der im Land äußerst beliebte und auch bei den Kirchenoberen geschätzte Geistliche mit höheren Weihen in Verbindung gebracht wird. Benno Elbs beteiligt sich grundsätzlich nicht an Personalspekulationen. Stattdessen betont er immer wieder, in Vorarlberg bleiben zu wollen. 

Ein konkreter Vorschlag für einen Nachfolger wird übrigens von der Vollversammlung der Bischofskongregation im Vatikan beschlossen und dann dem Papst vorgelegt. Der entscheidet jedoch höchstpersönlich und ist dabei nicht an den Vorschlag der Bischofskongregation gebunden. Hat sich der Papst festgelegt, wird die Zustimmung des Kandidaten eingeholt. Danach informiert der Vatikan die österreichische Bundesregierung, die auch noch ihren Segen dazu geben muss.