Spinnerei wurde zu Wohnvisionen-Fabrik

Vorarlberg / 23.01.2020 • 16:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eine 17 Hektar große Fläche stand zur Diskussion: Bei dem Workshop ging es auch um die künftige sinnvolle Nutzung des Hämmerle-Areals. <span class="copyright">Uysal</span>
Eine 17 Hektar große Fläche stand zur Diskussion: Bei dem Workshop ging es auch um die künftige sinnvolle Nutzung des Hämmerle-Areals. Uysal

Um die Zukunft des Wohnens ging es bei einem Workshop im Hämmerle-Areal.

Feldkirch Um die „Zukunft des Wohnens“ ging es im Workshop, zu dem vergangene Woche die F. M. Hämmerle Holding AG, die Stadt Feldkirch und das Energieinstitut geladen hatten. Zahlreiche Bürger zeigten Interesse und haben einen Abend lang Ideen zu künftigen Wohnformen, Gemeinschaftsnutzungen, Mobilitätsangeboten sowie Nahversorgung eingebracht. Im Beisein von Bürgermeister Wolfgang Matt, der Stadträte Guntram Rederer und Thomas Spalt sowie des Gisinger Ortsvorstehers Peter Stieger begrüßte Petra Kreuzer, Vorstand der F. M. Hämmerle Holding AG, die Gäste in der ehemaligen Spinnerei im Hämmerle-Areal.

Zweites Zentrum für Gisingen

Das Unternehmen besitzt an diesem Standort 17 Hektar an Grundfläche, die es künftig sinnvoll zu nutzen gilt. Dazu waren Anregungen, Wünsche und Ideen interessierter Bürger gefragt. Auch Bürgermeister Matt betonte, dass diese Flächen einen wichtigen Stellenwert im aktuellen Stadtentwicklungsplan und im Räumlichen Entwicklungskonzept der Stadt einnehmen würden. Es sei alles andere als üblich, dass in einer solchen Lage Gesamtareale mit einem Flächenausmaß von 170.000 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Weiters betonte das Stadt-Oberhaupt: „Wir freuen uns, dass F. M. Hämmerle den Fokus auf eine qualitätsvolle Bebauung legt und nicht den Zeitdruck in den Mittelpunkt stellt.“ Gisingen könnte somit – als größter Stadtteil Feldkirchs – in Zukunft ein zweites Zentrum, gut angebunden an den öffentlichen Verkehr, erhalten.

An vier Thementischen wurde in der ehemaligen Spinnerei rege diskutiert, unter anderen mit Petra Kreuzer von der F. M. Hämmerle Holding AG. STADT

Laufende Erhebungen

Das Energieinstitut Vorarlberg präsentierte zwei Projekte, die teilweise den Ortsteil Gisingen zum Thema hatten. Mit Bonsai, einem nunmehr bereits abgeschlossenen Prozess, sind die Verdichtungsmöglichkeiten der bestehenden Gebäude und Grundstücke analysiert worden. Die Quintessenz der Ergebnisse war, dass es ein sehr großes Nachverdichtungspotenzial in Gisingen gibt. Bestehende Wohngebäude – egal ob Einfamilien- oder Mehrfamilienhäuser – auszubauen, würde viel Druck vom Wohnungsmarkt und auch von bestehenden Freiflächen nehmen.
Wohnmobil, das zweite Projekt, das an diesem Abend vom Energieinstitut Vorarlberg vorgestellt wurde, widmet sich dem geringen Angebot an leistbaren Wohnmöglichkeiten und versucht, entsprechende Lösungsansätze zu finden. Beispielsweise sollen Wohnformen geschaffen werden, die den Lebensabschnitten angepasst und nicht für die gesamte Lebensdauer vorgesehen sind. Auch die steigenden Ansprüche an die (umweltfreundliche) Mobilität werden im laufenden Projekt behandelt.

Die Bürger am Wort

Im Anschluss wurde an vier Thementischen intensiv über das Quartier beim Hämmerle-Areal in Gisingen, aber auch über Wohnen im Allgemeinen diskutiert. Kreuzer zeigte sich erfreut über die zahlreichen Anregungen, die weiter diskutiert und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden sollen.