1800 Euro Geldstrafe für Tierquäler

Vorarlberg / 24.01.2020 • 22:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte versuchte seine Handlungen zur verharmlosen. eckert
Der Angeklagte versuchte seine Handlungen zur verharmlosen. eckert

Grober Hundebesitzer schleuderte Schäferhund ins Auto und schlug auf ihn ein.

Feldkirch Den polizeilichen Ladungen leistete der Oberländer keine Folge, zum Prozess am Landesgericht Feldkirch selbst kommt der 62-Jährige zu spät. Seine Version der Geschichte will er nun erzählen: „Ich bin Ende September in Feldkirch spazieren gewesen, als das Halsband riss. Mein einjähriger belgischer Schäfer gehorchte nicht und rannte trotz Rufens zu einem anderen Hund. Ich fuhr ihm mit dem Auto nach, packte ihn und verfrachtete ihn ins Auto, wo er freiwillig ohne Leine nicht reingegangen wäre. Weil er anfing, meinen Rucksack, der am Beifahrersitz lag, zu zerbeißen, habe ich ihn ein paar Mal mit der flachen Hand geschlagen, dass er Ruhe gibt, mehr war da nicht“.

Doch Zeugen schildern den Vorfall anders, auf jeden Fall brutaler. Die dreiköpfige Gruppe war ebenfalls mit ihrem Hund spazieren, als sie bemerkte, dass ein fremder Hund sie verfolgt. Der belgische Schäfer sei dann eine Weile mitgelaufen, der Besitzer habe gerufen, der Hund sei aber nicht zurückgekehrt „Plötzlich fuhr ein Auto voll Karacho daher und bremste abrupt ab, ich dachte schon, ich müsste über den Zaun springen“, erzählt die 51-jährige Zeugin. Der Mann sei wortlos ausgestiegen, habe die Fahrertüre geöffnet und den Rüden, der geduckt vor dem Wagen stand, grob an Fell und Hals gepackt und mit voller Wucht ins Auto geschleudert. Das Tier landete unsanft auf der Beifahrerseite. Der Mann sei, ebenfalls wortlos, eingestiegen und habe fortlaufend auf das Tier von oben nach unten eingeschlagen, sogar als er seine Fahrt fortsetzte. „Wenn das keine Misshandlung ist, weiß ich auch nicht“, sagt die Frau.

Anzeige erstattet

Der männliche Zeuge, ein 51-jähriger Berufskraftfahrer, erstattete Anzeige gegen den Hundebesitzer. Die Behörden kennen den Schäferhundebesitzer bereits, 13 Anzeigen bezüglich Leinenpflicht wurden bereits eingebracht. „Diese Vorschrift ignorieren Sie offenbar auch permanent!“, ärgert sich auch Staatsanwalt Simon Mathis über den uneinsichtigen Hundehalter. Das sei beim vorigen Hund gewesen, rechtfertigt sich der Angeklagte.

Teilbedingte Strafe

„Sie haben keine Kommandos zum Einsteigen gegeben, das Tier, das sicher nicht so leicht ist, grob ins Auto geschleudert und dann noch geschlagen“, fordert der öffentliche Ankläger einen Schuldspruch. Ob der Mann mit der Faust oder mit der flachen Hand zugeschlagen hat, lässt sich nicht mehr feststellen. Deshalb wird von „flacher Hand“ ausgegangen. Wegen Tierquälerei wird der Oberländer zu 2520 Euro verurteilt, 1800 muss er bezahlen, 720 werden ihm auf Bewährung nachgesehen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC