Mieser Tierquäler auf Vogeljagd

Vorarlberg / 26.01.2020 • 22:06 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der 55-Jährige ging unter anderem mit Klebstoff zu Werke.

Feldkirch Die Anzeige ging am Samstagnachmittag gegen 15.30 Uhr bei der Polizei in Feldkirch ein. Der Informant meldete, dass ein Mann im Naturschutzgebiet an der Paspelstraße verschiedene Vogelarten mit Klebstoff quäle beziehungsweise verletze. Die Beamten rückten aus. Vor Ort trafen sie auf einen 55-Jährigen, der gerade dabei war Gimpel mit einem akustischen Hilfsmittel anzulocken und anschließend mit Klebstoff zu fangen. Wie sich wenig später herausstellen sollte, war es nicht das erste Mal, dass der Tierquäler Jagd auf Wildvögel machte. Er wurde angezeigt.

26 verschiedene Vögel 

Bei einer Nachschau mit dem Amtstierarzt an der Wohnadresse des Beschuldigten wurden 26 verschiedene Vögel entdeckt. „Der Großteil der Tiere war in einem allgemein schlechten Gesundheitszustand und wurde nicht artgerecht gehalten“, schildert die Polizei in einer Aussendung.

Die Tiere wurden der Vorarlberger Tierrettung übergeben. Der Mann wird demnach wegen mehrerer Verwaltungsübertretungen sowie Tierquälerei angezeigt. Gimpel, im Volksmund auch Dompfaff genannt, wurden früher gerne in Käfigen gehalten. Vielfach wurde versucht, ihnen durch kontinuierliches Vorpfeifen Melodien beizubringen. Heutzutage ist es nicht mehr erlaubt, die Tiere in der Natur zu fangen.

Die  EU-Vogelschutzrichtlinie, die am 2. April 1979 in Kraft trat, verbietet das Fangen und Töten von Vögeln, reguliert den Handel und die Jagd, verpflichtet zu Schutzmaßnahmen und ruft zur besseren Erforschung der Vögel auf. Alle EU-Staaten müssen sich daran halten. Anstoß für die Richtlinie gab damals die massive Jagd auf Singvögel.