Fußtritte nach nervigem Hupkonzert

Vorarlberg / 27.01.2020 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hätte der Autofahrer geahnt, wen er anhupt, wäre er geduldiger gewesen.VN/GS
Hätte der Autofahrer geahnt, wen er anhupt, wäre er geduldiger gewesen.VN/GS

Motorrad „verreckte“ bei Grünlicht. Wartender Autofahrer wurde pampig. Und der Biker daraufhin auch.

Dornbirn „Es war eine blöde Geschichte an einem falschen Tag“, bezeichnet Verteidigerin Olivia Lerch den Vorfall an einer Kreuzung, der ihrem 55-jährigen Mandanten eine Verhandlung am Bezirksgericht Dornbirn einbringt. Wegen Körperverletzung.

Der Motor des Bikes brummte, die Ampel zeigte Rotlicht. Doch ausgerechnet als sie endlich auf Grün schaltete, starb der heiße Ofen ab. Der Autofahrer hinten bewies dafür weder Verständnis noch Geduld. Wütend hämmerte er auf die Hupe. Nicht wissend, dass der Motorradfahrer vor ihm ebenfalls kein Engel der Geduld war. Zehn Vorstrafen – vier davon einschlägig wegen Körperverletzung – machten den Biker zur falschen Zielperson seines Aggressionsausbruchs. Das sollte der aufgebrachte „Hupkonzertist“ sogleich schmerzhaft am eigenen Leib verspüren. Denn nach wenigen Versuchen lief die Maschine des Bikers wieder. Doch der setzte seine Fahrt nicht wie geplant fort, sondern heftete sich beleidigt an die Räder des Autofahrers. Er überholte ihn, schnitt ihm den Weg ab und komplimentierte ihn mit „unschönen Worten“ (so ein Zeuge) aus dem Gefährt. Anschließend setzte es Fußtritte. Angeblich mit schweren und „klobigen“ Motorradstiefeln. Das Opfer soll noch zwei Wochen an einem „Bläueler“ am Oberschenkel gelitten haben.

„Ein bisschen berührt“

Der beschuldigte 55-Jährige selbst hingegen relativiert vor Richter Frank Plasinger: „Ich wollte ihn nicht verletzen. Ich habe nur in Richtung seines Handys getreten, weil er mich andauernd fotografiert hat. Das nervte mich. Und dabei habe ich ihn halt ein bisschen berührt.“

Sein angebliches Opfer erscheint als Zeuge mal lieber nicht vor Gericht. Offenbar zieht der Mann es vor, einer neuerlichen Konfrontation mit dem Angeklagten aus dem Weg zu gehen.

3200 Euro Strafe

Dabei sei trotz seiner Vorstrafenbelastung seit 13 Jahren wieder Ruhe in sein Leben eingekehrt, beteuert der Beschuldigte. Und damit es auch so bleibt, verurteilt ihn der Richter wegen des Vergehens der Körperverletzung zu 160 Tagessätzen je 20 Euro, also insgesamt 3200 Euro Geldstrafe. VN-GS