„Ich habe Bischof Küng bereits ­verziehen“

Vorarlberg / 27.01.2020 • 18:52 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

st. Pölten „Im Zuge meiner persönlichen Aufarbeitung habe ich als katholischer Priester Bischof Küng das, was er mir angetan hat, bereits verziehen. Ich will ihn nicht zur Rechenschaft gezogen oder bestraft sehen. Das habe ich bereits in meiner kircheninternen Anzeige ausdrücklich betont und meinerseits alles getan, deren Folgen für ihn so gering wie möglich zu halten. Was ich vor allem erreichen möchte, ist, dass ein derartiger Machtmissbrauch, wie er von Bischof Küng seinerzeit verübt wurde und in der Kirche theoretisch nach wie vor möglich wäre, zukünftig nicht mehr vorkommen kann“, reagierte der ehemalige Subregens des Priesterseminars St. Pölten, Wolfgang Rothe, auf die Aussage von Altbischof Klaus Küng, er weise den ihm angelasteten Missbrauch „aufs Schärfste zurück“ (die VN berichteten). Rothe kritisierte auch, dass die Diözese St. Pölten nach dem öffentlichen Bekanntwerden der Missbrauchsanzeige gegen Bischof Küng unverzüglich und bedenkenlos die Täterperspektive eingenommen und in vollständiger Täter-Opfer-Umkehr alles getan habe, um ihn in der Öffentlichkeit zu diskreditieren. „Diese Reaktion kirchlicher Einrichtungen auf das Bekanntwerden von Missbrauch sollte eigentlich längst überwunden sein“, sagte Rothe.