„Tanzen ist meine Berufung“

Vorarlberg / 27.01.2020 • 17:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Helga Marzluf verfolgt bei Tanzprojekten einen ganzheitlichen Ansatz. BI
Helga Marzluf verfolgt bei Tanzprojekten einen ganzheitlichen Ansatz. BI

Tanzpädagogin Helga Marzluf bietet „Tanzen ab der Lebensmitte“ an.

Bludenz Für Helga Marzluf ist Tanzen mehr als nur Bewegung oder die Erlernung von Choreografien. Tanzen trug vielmehr auch zu ihrer eigenen Persönlichkeitsentwicklung bei, ihr Hobby wurde ihre Berufung. Dabei verfolgt sie stets einen ganzheitlichen Ansatz. Ihr umfangreiches (Tanz)Wissen vermittelt sie als Mitglied im Bundesverband „treffpunkt:TANZ“ jeweils am Dienstagabend um 17.30 Uhr ehrenamtlich in der Landesberufsschule in Bludenz.

 

Wie kamen Sie zum Tanz?

Marzluf Es war eher so, dass mich das Tanzen gefunden hat. Ich habe immer schon gerne getanzt. Ein Ehepaar aus unserem Freundeskreis machte Mitte der 1980er-Jahre den Vorschlag, dem Tanzsportclub Rhätia in Bludenz beizutreten. Da war der Impuls auf einmal da. Gemeinsam mit meinem Mann Herbert habe ich dort über zwanzig Jahre lang am Training teilgenommen. Neben meiner Arbeit als Pressereferentin haben wir auf unseren Bällen auch Formationen getanzt und uns für den geselligen Teil immer etwas einfallen lassen.

 

Die Faszination fürs Tanzen war somit geweckt worden?

Marzluf Ja, ich entwickelte gleich eine große Leidenschaft für den Tanz, trainierte drei Mal in der Woche und ging nach jedem Training mit dem Gefühl, wie neugeboren zu sein, nach Hause. Tanzen ist für mich eine Quelle der Lebensfreude. Zudem ist Tanzen in der Gruppe ein wunderbares Mittel der Kommunikation. In einer fröhlichen Gemeinschaft können wir uns getragen fühlen, uns aus dem Alltag herausdrehen und die Seele schwingen lassen. Diese Erfahrung durfte ich in den letzten Jahrzehnten machen. Tanzen ist zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden.

 

Sie haben sich dann auch dazu entschieden, eine Tanzausbildung zu machen?

Marzluf Ich erfuhr durch Medienberichte von einer Ausbildung im Bundesinstitut in Strobl, die mich sofort ansprach. Das war vor rund dreißig Jahren. Damals hatte ich starke Rückenprobleme und hätte eigentlich ins Krankenhaus aufgenommen werden sollen. Ich war jedoch so motiviert, diese Ausbildung zu machen, dass ich sogar liegend hingefahren bin. Persönlich hat mir das aber viel gebracht. Auch mein Orthopäde war der Meinung, dass das Tanzen für die Haltungsbildung wichtig sei.

 

Was waren die Ausbildungsinhalte?

Marzluf In Strobl machte ich erste Erfahrungen mit gruppenorientierten Tänzen wie Square Dance, Round Dance, Kreistänzen, Tanzspielen, Modetänzen und dergleichen. Zugleich lernte ich viel über Öffentlichkeitsarbeit, Gruppendynamiken, tanzende Senioren und vor allem die methodischen Schritte einer guten Tanzvermittlung. Gruppenorientiertes Tanzen war damals noch Pionierarbeit!

 

Es folgten dann noch weitere Ausbildungen?

Marzluf Ich war neugierig geworden und wollte meine Kenntnisse vertiefen. So folgte eine weitere Ausbildung in Tanzmeditation bei Dr. Barbara Neumann. Diese war für mich wegweisend in Richtung ganzheitliches Tanzen. Die Auseinandersetzung mit Tänzen aus verschiedenen Kulturen und unterschiedlichsten Ländern führte dazu, dass ich gleich anschließend eine Ausbildung für integrative Tanzpädagogik absolvierte.

 

Wobei geht es in der integrativen Tanzpädagogik?

Marzluf In erster Linie geht es dabei um ganzheitlich kreatives Tanzen. Denn der Tanz erfasst den ganzen Menschen mit allen Sinnen, fördert die Harmonie zwischen Körper, Geist und Seele und ist in gewisser Weise eine Liebeserklärung an das Leben. BI

Zur Person

Helga Marzluf

Geburtstag 3. März 1947

Familie verheiratet, zwei Kinder, vier Enkel

Beruflicher Werdegang Ausbildung in der Krankenpflege, 20 Jahre Hausfrau und Mutter, Tanzpädagogin

Hobbys Panflöte spielen, Wandern, Schwimmen, Radfahren, offene Singgruppe, Reisen