Die eigene Lebensfreude weitervermitteln

Vorarlberg / 28.01.2020 • 17:57 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Stefanie Batlogg arbeitet mit Humor und Gelassenheit. BI
Stefanie Batlogg arbeitet mit Humor und Gelassenheit. BI

Stefanie Batlogg ist mit Leib und Seele Familienhelferin.

Nüziders Humorvoll wirkt sie, tatkräftig und bodenständig. Diese Attribute kommen Stefanie Batlogg, von allen Steffi genannt, in ihrem Arbeitsfeld zugute: Seit rund vier Jahren ist die engagierte junge Frau als Familienhelferin tätig. Ein Arbeitsbereich, der ihr voll und ganz liegt. Dabei hatte ihr Berufsleben eigentlich ganz anders begonnen. „Ich habe nach einer Konditorlehre vorerst als Patissier gearbeitet. Das lag mir, denn ich konnte meine Kreativität ausleben. Aber mir war stets bewusst, dass dieser Beruf ein Übergang ist und ich noch etwas anderes machen wollte“, erinnert sie sich. Sie informierte sich und entschied sich für den sozialen Sektor, indem sie sich an der Schule für Sozialbetreuungsberufe (SOB) für den Fachbereich Familienarbeit anmeldete.

Wertvolle Unterstützung

„Da ich zu Hause mitgeholfen hatte, meine an Demenz erkrankte Oma zu pflegen, wusste ich, dass mir der Pflegebereich lag. Außerdem kann ich gut mit Menschen umgehen. Dies war sicherlich eine gute Voraussetzung“, erklärt die Nüzigerin. Ihr Beruf ist äußerst vielseitig. „Ich unterstütze Familien in belastenden Situationen und bei Krisen. Die Ursachen hierfür können sehr unterschiedlich sein: eine körperliche oder psychische Erkrankung eines Elternteils, ein Krankenhausaufenthalt, eine Trennung, eine Mehrlingsgeburt und vieles mehr. Eine temporäre Unterstützung kann vorbeugend wirken, damit sich eine Familiendynamik wieder stabilisieren kann. Klassisch bietet die Familienhilfe eine Überbrückungshilfe, die in der Regel zwei bis vier Wochen dauert.“ Steffi ist aber auch im Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe der Bezirkshauptmannschaft im Einsatz.

Ihr Aufgabengebiet umfasst vor allem Unterstützung und Anleitung im Erziehungsalltag. Das ist sehr umfassend: „Ich übernehme alle Aufgaben. Ich koche, putze, hole die Kinder von der Schule ab, mache mit ihnen die Aufgaben, begleite die Eltern zu Arztterminen und vieles mehr. Wir betreuen Familien aus allen sozialen Schichten.“ Neben Langzeiteinsätzen gibt es auch Wochen, in denen sie jeden Tag bei einer anderen Familie tätig ist. Mit einer kurzen Information über den Einsatzgrund macht sie sich auf den Weg: „Ich komme an, halte kurz inne, klingle und frage mich: Was erwartet mich heute?“

Inzwischen hat sie sehr viele Erfahrungen im Umgang mit unterschiedlichsten Lebenswirklichkeiten von Familien gesammelt. Verschwiegenheit und Diskretion sind für die sympathische Sozialfachfrau eine Selbstverständlichkeit: „Ich arbeite immer in dem Bewusstsein, dass ich in der jeweiligen Familie Gast bin. Nähe und Distanz ist jedoch ein großes Thema, gerade bei Langzeiteinsätzen oder sehr schwierigen Umständen. Mir liegen vor allem die Kinder am Herzen. Ihre Fröhlichkeit und Unbeschwertheit – auch in schweren Lebenslagen – geben mir das Gefühl, dass ich auch nachhaltig etwas bewirken kann.“ Das Erkennen der tatsächlichen Bedürfnisse in einer Familie und bei Bedarf die Weitervermittlung an entsprechende Institutionen bilden einen weiteren Kernbereich ihres Aufgabenfeldes. „Ich muss manchmal erkennen, dass ich nicht die Welt retten kann, aber im aktuellen Geschehen kann ich mein Bestes geben. Da ich das Glück habe, eine wunderschöne Kindheit erlebt zu haben, bestens mit meiner Familie auskomme und es mir auch sonst sehr gut geht, kann ich mit Humor und Gelassenheit arbeiten. Meine Lebensfreude möchte ich weitergeben“, betont sie. BI

Zur Person

Stefanie Batlogg

Geboren 15. Februar 1992

Familie ledig

Wohnort Nüziders

Beruflicher Werdegang Konditor-Lehre, Patissier, SOB Bregenz, diplomierte Sozialbetreuerin für Familienarbeit, Pflegeassistentin, Fachbetreuerin für Behindertenarbeit

Hobbys Skifahren (leidenschaftlich), Wandern, Kochen (auch privat), Yoga