Gericht: Rentner missbrauchte 15-Jährigen

Vorarlberg / 28.01.2020 • 12:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der angeklagte Pensionist wurde zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt, zwei Monate muss er unbedingt absitzen. ECKERT

83-Jähriger bereits zum zweiten Mal als Sexualstraftäter verurteilt.

Christiane Eckert

Feldkirch „Ich schwöre Ihnen, es wird nie wieder vorkommen“, so der 83-Jährige bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch zu Richter Martin Mitteregger. Doch bereits vor einigen Jahren hatte derselbe Mann demselben Richter versprochen, sich von jungen Buben fernzuhalten. Bereits damals wurde der Oberländer verurteilt, allerdings ging es damals nur ums „Nachfragen“, also den Versuch, Jugendliche zum Sex zu verführen. Der Verheiratete räumt ein, dass ihm das alles sehr leid tue, sieht sich aber selbst auch ein bisschen als Opfer. „Die haben mich auch ausgenutzt“, gab er einmal zu Protokoll.

Vertrauen erschlichen

Nicht alle Jugendlichen wachsen behütet und finanziell ohne Sorgen auf. Solche Teenager hat der ältere, weißhaarige Mann offenbar im Visier. Er ist handwerklich geschickt, bietet ihnen häufig diverse Reparaturen, beispielsweise von Mopeds an. Im Zuge dessen entwickelt sich dann das Gespräch immer wieder in Richtung sexuelle Handlungen. Die Buben, die meist knapp bei Kasse sind, können das Geld gut gebrauchen, erklären sich bereit, dem Pensionisten bei sich zu Hause diverse sexuelle Wünsche zu erfüllen.

50 Euro verdient

Am Montag ging es insgesamt um vier Übergriffe. Ein 15-Jähriger erlaubte dem Betagten, dass dieser an dem Jungen „Onanierbewegungen“ vornehmen durfte. Kostenpunkt: 15 Euro. Zwei Mal ging dieses „Geschäft“ über die Bühne. „Ich bin nicht schwul, aber ich brauchte das Geld, deshalb habe ich am Angeklagten auch zwei Mal den Analverkehr vollzogen“, gibt das Opfer zu Protokoll. Damit verdiente sich der Junge insgesamt weitere 100 Euro. Der Junge ist in einer schwierigen sozialen Situation, wird bereits von einer speziellen Einrichtung betreut. „Auch wenn es ‚freiwillig‘ war, Sie sind ein erwachsener Mann, das geht so nicht!“, macht der Richter dem Angeklagten klar, dass das Gesetz hier keinen Spaß versteht. Immerhin stehen bis zu drei Jahre Haft auf sexuellen Missbrauch von Jugendlichen. Wäre der Jugendliche nur ein wenig jünger gewesen, wäre der Strafrahmen noch höher.

Erschwerende Vorstrafe

Der 83-Jährige wird zu insgesamt neun Monaten Haft verurteilt, zwei davon sind unbedingt. Das Geständnis und das hohe Alter sind mildernd, die einschlägige Vorstrafe ist erschwerend. „Ich verspreche, so etwas wird nie wieder passieren, ich will die alle nie wiedersehen, nichts mehr mit ihnen zu tun haben!“ Das Urteil ist rechtskräftig. Dem Rentner wird empfohlen, sich in Therapie zu begeben, wenn er sich bei Jugendlichen nicht zu beherrschen weiß.