Mehr als 500.000 Euro für Mannheimer Hütte

Vorarlberg / 28.01.2020 • 12:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mannheimer Hütte beim Brandner Gletscher auf 2679 Metern Seehöhe wird einer Sanierung unterzogen. VN

Bei laufendem Betrieb wird die Hütte in den nächsten drei Jahren zeitgemäß auf Vordermann gebracht.

Brand Die Mannheimer Hütte beim Brandner Gletscher auf einer Seehöhe von 2679 Metern wird ab dem Sommer 2020 einer umfassenden Sanierung unterzogen. Wie Michael Egert, Hüttenreferent der DAV Sektion Mannheim im wpa-Gespräch erklärte, werden sich die Sanierungsarbeiten mit Unterbrechungen auf voraussichtlich drei Jahre erstrecken. Die Dauer hänge mit der exponierten Lage ohne Straßenanbindung und der großen Höhe zusammen, die nur wenige Monate Bauzeit im Jahr erlaube. Die Mannheimer Hütte gilt als höchstgelegene Schutzhütte Vorarlbergs.

Regenwasseraufbereitungsanlage gegen Wassermangel

Im heurigen Sommer soll die Sanierung des Daches abgeschlossen werden, das im Herbst 2018 durch einen Sturm beschädigt wurde. „Das war auch der Anstoß für weitere Investitionen, die jetzt kommen“, so Egert. Denn aufgrund des schrumpfenden Brandner Gletschers, der bislang für die Wasserversorgung der Hütte genutzt wurde, müsse man neue Möglichkeiten der Trinkwassergewinnung nutzen. Dazu gehöre eine Regenwasseraufbereitungsanlage mit Tanks, die voraussichtlich 2021 installiert werden soll. Da hierfür das auf dem Dach gesammelte Regenwasser genutzt werde, müsse das Dach in Edelstahl ausgeführt werden. 

Anzahl der Schlafplätze bleibt bestehen

Zudem sollen die Lagerräume und die Matratzenlager saniert werden, wobei an der bisherigen Anzahl von 90 Matratzenlagern und 30 Bettenlagern in Zimmern festgehalten werde. Darüber hinaus modernisiere man die Küche, installiere neue Trockentoiletten und eine Photovoltaik-Anlage. Ein Teil der Sanierungen hänge dabei auch mit neuen behördlichen Auflagen zusammen, sagt Egert. 

Mehr als eine halbe Million Euro wird investiert

Das voraussichtliche Investitionsvolumen beziffert Egert mit zumindest einer halben Million Euro, wobei davon auszugehen sei, dass diese Summe möglicherweise steigen werde. „Baustellen im Hochgebirge unterliegen eigenen Gesetzmäßigkeiten. Wir müssen die Handwerker auf die Baustelle bringen und versuchen, so viel wie möglich über die Materialseilbahn zu transportieren. Aber auch Hubschrauber werden zum Einsatz kommen.“ Mit den Planungsarbeiten wurde das Vorarlberger Architekturbüro CUBO aus Thüringen beauftragt. Mit den Hüttenwirten Matthias Schatz und Andrea Juen habe man vereinbart, dass die 1905 errichtete Hütte auch während der Sanierungsarbeiten geöffnet bleibe. „Die Mannheimer Hütte hat ohnehin nur rund zwei Monate pro Jahr offen. Das wollen wir nicht noch weiter verkürzen.“ Die Mannheimer Hütte wird zusammen mit der etwas tiefer gelegenen Oberzalimhütte von denselben Hüttenwirten geleitet. Jährlich kommen beide Hütten auf rund 3000 Übernachtungen.