Neue Dynamik für Bahnhofsareal

Vorarlberg / 28.01.2020 • 18:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hinter den Kulissen laufen Gespräche auf Hochtouren. Fragen nach Parkplätzen, Nutzungsthemen und der provisorische Bahnhof müssen geklärt werden.VN/Harti
Hinter den Kulissen laufen Gespräche auf Hochtouren. Fragen nach Parkplätzen, Nutzungsthemen und der provisorische Bahnhof müssen geklärt werden.VN/Harti

Bahnhof Bregenz, Seestadt und Seequartier: Kooperationsvertrag in Vorbereitung.

Bregenz Es kommt Bewegung in ein einst totgeglaubtes Großprojekt. Die Quartiersentwicklung am Bahnhof Bregenz mit Seestadt, Seequartier und Hauptbahnhof wird immer konkreter. Mit dem Grundsatzbeschluss zum Bau der Bahninfrastruktur durch Land, ÖBB und der Stadt Bregenz wurden die Karten neu gemischt. So hatte im Juni des Vorjahres auch die Stadtvertretung grünes Licht gegeben. Seither wird hinter den Kulissen intensiv verhandelt. Die Fortschritte seien bemerkenswert, heißt es von den Beteiligten. Zuletzt wurden weitere Hürden genommen. Konkret sollen alle drei Bauvorhaben aufeinander abgestimmt umgesetzt werden. Ein entsprechender Kooperationsvertrag ist in Ausarbeitung.

Alle ziehen an einem Strang

Statt Einzelinteressen zu verfolgen, haben sich die Akteure mittlerweile auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Bernhard Ölz, Chef der hinter der Seestadt stehenden Primsa Holding (gemeinsam mit Spar), bezeichnet die Gespräche als konstruktiv. Mit der Neuausrichtung der eigenen Pläne bestehe auch kein Konkurrenzverhältnis mehr zum Seequartier. Jetzt gelte es, eine entsprechende Kooperationsvereinbarung auf den Boden zu bringen.

Von einer exzellenten Gesprächsbasis bei heiklen Themenkomplexen berichtet auch Bürgermeister Markus Linhart. So herrsche in Grundsatzfragen Einigkeit. Entstehen solle etwa eine eingeschoßige Tiefgarage. Weil für die Seestadt weitere Abstellflächen notwendig sind, ist eine temporär nutzbare Hochgarage im Bereich der Bezirkshauptmannschaft angedacht. 250 Stellplätze soll sie bieten und auch Chancen für das Weiherviertel und den Festspielbezirk eröffnen. Details zur Erschließung und Nutzung der Tiefgarage seien freilich noch zu lösen, schränkt Linhart ein. Hier scheinen die beiden privaten Betreiber gefordert. Positive Absichtserklärungen gebe es bei anderen Nutzungsthemen wie der Ansiedlung eines Lebensmittelmarkts im Seequartier. Linhart bezeichnet den Durchbruch in dieser Frage als Quantensprung auf dem Weg zur Realisierung des Projekts.

Davor sind weitere Beschlüsse fällig. Es brauche eine Planungsvereinbarung für den Bahnhof, sagt Martin Dechant, Sprecher des Seequartiers. Sobald diese vorhanden sei, könne in Abstimmungen mit den Anschlussplanungen begonnen werden. Schließlich beheimatet das Seequartier mit Hotel, Lebensmittelhandel und Gastronomie wichtige Bahnhofsinfrastruktur. Für ein angrenzendes Baufeld des Seequartiers steht zudem ein möglicher neuer Architekturwettbewerb aus.

Bürgermeister Linhart drückt aufs Tempo. Die Voraussetzungen für eine notwendige Grundsatzentscheidung soll bei der Stadtvertretungssitzung am 27. Februar fallen. Bahnhof, Seestadt und Seequartier könnten dann eine nächste Hürde nehmen. Ein Baustart im November 2020 scheint möglich.

„Einer der nächsten großen Schritte wäre die Lösung für einen provisorischen Bahnhof.“