Situation von Rankler Ein-Eltern-Familien erhoben

Vorarlberg / 28.01.2020 • 15:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Studenten der FH Dornbirn präsentierten im Rankweiler Rathaus die Ergebnisse ihrer Befragung. RANKWEIL/BÖHLER

FH-Studenten befragten Rankweils Alleinerziehende und präsentierten nun die Ergebnisse.

Gernot Schweigkofler

Rankweil Rankweil schreibt sich das Wohlergehen von Familien auf die Fahnen. Die Marktgemeinde ist beispielsweise als familieplus-Gemeinde zertifiziert. In Zusammenarbeit mit der FH Dornbirn wurde jetzt versucht zu ergründen, wie es sich für alleinerziehende Eltern in Rankweil lebt. Vor Kurzem wurde das Ergebnis präsentiert.

507 Familien mit nur einem Erziehenden leben derzeit in Rankweil, das sind immerhin 15 Prozent aller Familien. Diese Familien rückte die Projektgruppe des Studiengangs „Soziale Arbeit“ der FH in den Fokus. Sie führten eine qualitative sowie quantitative Umfrage durch. Die Erkenntnisse, die vorgestellt wurden, dürften aber mit nur 20 Teilnehmern im Rahmen der quantitativen Umfrage und acht persönlichen Interviews nur bedingt als repräsentativ verstanden werden. „Es ging uns nicht um eine repräsentative Studie, sondern vielmehr um ein Stimmungsbild, welches die Situation der Alleinerziehenden in Rankweil abbildet“, erklärte dazu Martin Lechleitner von der Projektgruppe.

Befragt wurden die Alleinerziehenden hinsichtlich ihrer Zufriedenheit mit Betreuungs- und Freizeitangeboten, dem Informationsfluss, den Gründen für die Nicht-Inanspruchnahme von Angeboten sowie der empfundenen Lebensqualität. Aber auch die besonderen Herausforderungen und Wünsche wurden erhoben.

Viele Herausforderungen

Als größte Herausforderung nannten die Befragten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auch die Arbeitszeiten und Öffnungszeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen ließen sich nur schwer vereinbaren. Dazu komme fehlende Unterstützung im Krankheits- oder Krisenfall. Auch die Wohnsituation stelle sich aufgrund finanzieller Herausforderungen als schwierig dar. Zudem wünsche man eine bessere Informationsweitergabe zu bestehenden Angeboten. Auf der Wunschliste der Alleinerziehenden standen außerdem ein Ausbau der Angebote wie beispielsweise Babysitter-Dienste und Mutter-Kind-Angebote sowie eine finanzielle Unterstützung bei Inanspruchnahme von Angeboten.

An der anschließenden Diskussion nahmen Gemeindepolitiker aus Rankweil teil, manche Themen werden wohl die politische Arbeit in Rankweil mitbeeinflussen. Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall versprach jedenfalls, weiter an einer Angebotsverbesserung zu arbeiten und die Studie als Basis für die zukünftige Arbeit zu verwenden.

Die Arbeiten der Studenten sollen jedenfalls weiterführend sein, Ende April soll in einer Fokusgruppe das Thema Ein-Eltern-Familien vertieft werden. Dazu sucht die Marktgemeinde derzeit Alleinerziehende zwischen 25 und 40 Jahren, die sich beteiligen möchten.