Tankstellenpächter: „Nach einer Woche ist es vergessen“

Vorarlberg / 28.01.2020 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Am Samstag um 21.30 Uhr wurde die Eni-Tankstelle in Rankweil zum Tatort eines Raubüberfalls. Der Täter ist nach wie vor flüchtig. VOL.AT/MAYER

Chef der Eni-Tankstelle in Rankweil gibt sich nach Raubüberfall gelassen.

Rankweil „Habt ihr am Samstag ein bisschen Action gehabt?“, fragt ein Kunde am Montag in der Eni-Tankstelle an der Langgasse in Rankweil deren Pächter (der namentlich nicht genannt werden will). Doch die Stimmung im Verkaufsraum, dem Tatort des Raubüberfalls vom vergangenen Samstag (die VN berichteten), ist nicht getrübt. Alles geht inzwischen wieder seinen gewohnten Gang, trotz des Vorfalls. Auch wenn der Täter noch flüchtig ist.

Opfer nicht im Dienst

Das Raubopfer selbst, eine angestellte Verkäuferin, hat heute nicht Dienst. Aus verständlichen Gründen. Der Schock des Erlebten sitze noch tief in den Gedanken der Frau, sagt ihr Chef. Er ist aber zuversichtlich, dass seine Mitarbeiterin die Beschäftigung schon bald wieder aufnehmen wird. „Ich habe mit ihr gesprochen“, sagt er. „Und auch mit einem Experten der Psychiatrie. Der meinte, man solle sich als Opfer solcher Vorfälle nicht zu lange Zeit lassen mit der Wiederaufnahme der Arbeit.“ Er selbst sieht die Sache eher gelassen: „Nach einer Woche ist es vergessen.“

Schulungen

Der Pächter kann sich nicht erklären, was in solchen Tätern vor sich geht. „Ich glaube, dass sich solche Menschen selbst in irgendeiner Notsituation befinden, vielleicht hat es auch mit Drogenabhängigkeit zu tun. Aber können die sich nicht in ihre Opfer hineindenken? In das, was sie ihnen antun?“

Und dennoch sei man vorbereitet auf solche Heimsuchungen. In den Tankstellen gebe es entsprechende Vorkehrungen. Videoüberwachung, Alarmsysteme und mehr: „Es gibt Verhaltensregeln und interne Schulungen für Mitarbeiter, wie man sich in einem solchen Fall verhalten soll. Ich sage den Leuten immer wieder, händigt das Geld aus und es passiert nichts. Wir sind ja versichert.“ Soviel der Pächter weiß, ist die Eni-Tankstelle in Rankweil das erste Mal zum Tatort eines Raubüberfalls geworden. „Auch mein Vorpächter weiß nichts von einem ähnlichen Vorfall.“

Der Räuber auf der Aufzeichnung der Überwachungskamera: Auffallend ist nicht nur seine Maskierung, sondern auch ein Emblem auf der Jacke am linken Oberarm. <span class="copyright">Überwachungskamera</span>
Der Räuber auf der Aufzeichnung der Überwachungskamera: Auffallend ist nicht nur seine Maskierung, sondern auch ein Emblem auf der Jacke am linken Oberarm. Überwachungskamera

Auffallende Gesichtsmaske

Am Montag stellte die Polizei Lichtbilder der Videoüberwachung vom Verkaufsraum der Eni-Tankstelle in Rankweil zur Veröffentlichung zur Verfügung. Auf ihnen ist der noch flüchtige Täter zu erkennen.  Er trug beim Überfall eine auffallende Gesichtsmaske – ein zugeschnittenes Wollteil in grüner Farbe. An der Jacke ist auf dem linken Oberarm ein Emblem erkennbar.

Die Polizei ersucht um Hinweise von Kunden oder Zeugen, die sich unmittelbar vor dem Überfall bei der Tankstelle aufhielten und den Täter vor der Tat womöglich im Bereich der Tankstelle wahrgenommen haben. Hinweise werden vom Landeskriminalamt (059133-80-3333) oder von der Polizeiinspektion Rankweil (059133-8158-100) entgegengenommen.