Die Grippeviren streifen durch das Land

Vorarlberg / 29.01.2020 • 21:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Krankmeldungen sind in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen.

Dornbirn Während die halbe Welt besorgt und gebannt auf die Aktivitäten eines neu aufgetauchten Coronavirus blickt, blasen die Grippeviren hierzulande beinahe unbeachtet zum Großangriff. Tirol meldete am Mittwoch die Schließung einer vierten Volksschule, weil ein Großteil der Schülerinnen und Schüler an Influenza erkrankt ist. Bis einschließlich Montag wird an diesen Volksschulen kein Unterricht mehr stattfinden. Am Dienstag mussten bereits die Volksschulen Vomperbach und Schönberg wegen Grippe schließen.

In Vorarlberg sind die Umtriebe der Influenzaviren an den stetig steigenden Krankenstandszahlen abzulesen. Vergangene Woche langten bei der Landesstelle der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) in Dornbirn 1523 Krankmeldungen wegen Grippe oder grippaler Infekte ein. Eine Woche zuvor waren es 1399. Zum Vergleich: Anfang des Jahres lag die Zahl der Krankmeldungen noch bei 495. Im Vergleich zu den Vorjahren dürfte die Grippesaison heuer aber deutlich gemäßigter ausfallen. Experten raten noch immer zur Schutzimpfung. Vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen könne sich die derzeit grassierende Grippewelle schnell verbreiten, heißt es.

Appell zur Impfung

Der erste Schwung an Grippe- bzw. Infekt-bedingten Ausfällen kam im Rahmen der aktuellen Grippesaison allerdings noch im alten Jahr. In den letzten drei Wochen von 2019 wurden zusammen knapp 3700 Krankmeldungen gezählt. Dann flachte die Kurve auf 261 ab, um 2020 wieder sukzessive anzusteigen. 495, 1211, 1399, 1523: So liest sich die Entwicklung der Krankenstandsmeldungen der vergangenen Wochen. Im gleichen Zeitraum der Vorjahre lagen diese Zahlen teilweise schon weit darüber. Das Rote Kreuz hat in einer aktuellen Aussendung appelliert, sich noch impfen zu lassen. „Eine Grippeimpfung mildert die Schwere und Dauer der echten Influenza ab, so man überhaupt erkrankt“, sagt Rotkreuz-Chefarzt Wolfgang Schreiber. Sind weite Teile der Bevölkerung geimpft, würden auch alle anderen viel seltener krank. VN-MM