Eine Produktionshalle zum Abhängen

Vorarlberg / 29.01.2020 • 20:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Einfach mal abhängen: Patrick Persdorf und sein Kompagnon Demian Geyer haben die ehemalige Hajek-Halle in Bregenz zu einer Boulderhalle umgebaut.  VN/Paulitsch
Einfach mal abhängen: Patrick Persdorf und sein Kompagnon Demian Geyer haben die ehemalige Hajek-Halle in Bregenz zu einer Boulderhalle umgebaut.  VN/Paulitsch

Am Mittwoch wurde die größte Boulderhalle Vorarlbergs offiziell eröffnet.

Bregenz Bis Ende 2013 wurden in der Achssiedlungsstraße 1 in Bregenz Verpackungs- und Schneidemaschinen für Lebensmittel hergestellt, seit Kurzem kann man auf knapp 1000 Quadratmetern im wahrsten Sinne des Wortes abhängen. Demian Geyer (36) und Patrick Persdorf (34) haben in der ehemaligen Produktionshalle der Firma Hajek Vorarlbergs größte Boulderhalle errichtet. Am Mittwoch fand die offizielle Eröffnung statt.

In der Boulderhalle klettert man ohne Kletterseil und Klettergurt an künstlichen, knapp vier Meter hohen Felswänden. Es gibt unterschiedliche Routen, die durch gleichfarbige Griffe gekennzeichnet sind. Fällt man herunter, landet man auf einer 30 Zentimeter dicken Weichbodenmatte. „Ich bin im Frühjahr 2018 jedes Wochenende Industriegebiete in der Region mit dem Fahrrad abgefahren. Durch Zufall haben wir dann diese Halle gefunden“, erzählt Patrick Persdorf. Der 34-jährige Lindauer hat neben seinem Hauptberuf in einer Kletterhalle als Trainer gearbeitet, sein Kompagnon Demian Geyer ist seit vielen Jahren beim Alpenverein Lindau aktiv. Im vergangenen März haben die beiden mit dem Umbau gestartet und seither knapp eine halbe Millionen Euro investiert. Von außen sieht das Gebäude so aus wie immer, innen ist fast alles neu. „Lüftung, neue Elektrik, neue Heizung, neue Fußbodenheizung, neue Sanitäranlagen“, zählt Patrick Persdorf auf.

100 Routen

Die Halle hat eine Grundfläche von knapp 1000 Quadratmeter. Die Wandfläche ist in etwa halb so groß und verfügt über mehr als 100 verschiedene Routen. „Die Halle ist in sieben Bereiche aufgeteilt. Jede Woche schrauben wir einen Bereich um. Wir haben ein eigenes Routenschrauber-Team, holen uns aber auch externe Leute dazu, damit die Vielfalt gegeben ist“, erläutert Patrick Persdorf.

Die Boulderhallen-Chefs haben auch in den kommenden Wochen und Monaten viel vor. Demnächst können im Calisthenics-Bereich Übungen mit dem eigenen Körpergewicht ausgeführt werden. Im ehemaligen Bürogebäude sollen vier Behandlungsräume für Physiotherapie, ein Kraftraum und ein Kursraum eingerichtet werden. Im Garten ist früher oder später ein Außenbereich geplant. vn-ger