„Es bleibt spannend“

Vorarlberg / 29.01.2020 • 20:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

So sieht Unbehagen aus. Als Andreas Kappauer, pädagogischer Leiter der Vorarlberger Bildungsdirektion, kraft seines Amtes den Ziffernnotenboykott der Lustenauer Volksschullehrer verurteilen sollte, flüchtete er in anerkennende gleichwohl wie ausweichende Floskeln für seinen „Gegner“: „Gutes Gesprächsklima“, „Habe Verständnis“, „Werde vor Ort zu überzeugen versuchen“.

Das Krisengespräch zwischen Bildungsdirektion und dem Vertreter der Volksschule Lustenau war für die Katz‘. Aus dem einfachen Grund, weil es zwischen den beiden keine Krise gibt und auch vorher nicht gab.

Die Krise wurde aus Wien hereingetragen. Durch ein sinnloses Bundesgesetz, das wertvolle pädagogische Arbeit in Vorarlberg mit einem anmaßenden Federstrich einfach für null und nichtig erklärte. Wenn sich an 130 von 175 Volksschulen Eltern und Lehrer für eine alternative Leistungsbeurteilung aussprechen, wenn an all diesen Schulen in stundenlanger akribischer Detailarbeit umfassend aussagekräftige Raster für die Leistungsbeurteilung erarbeitet werden, dann ist der Unmut der Betroffenen verständlich.

„Es bleibt spannend“, meinte Kappaurer als Resümee des „Krisengipfels“ fast schelmisch. Das bleibt es tatsächlich.

Denn es ist höchst fraglich, ob die Lustenauer Pädagogenrebellen jetzt plötzlich klein beigeben werden.

Klaus Hämmerle

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