Vertrag steht Hörbranzer Brücke im Weg

Vorarlberg / 29.01.2020 • 19:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Brücke in Unterhochsteg hat knapp 70 Jahre auf dem Buckel. Es wurden bereits Notstützen eingebaut. VN/RP, Risch-Lau, Klapper
Die Brücke in Unterhochsteg hat knapp 70 Jahre auf dem Buckel. Es wurden bereits Notstützen eingebaut. VN/RP, Risch-Lau, Klapper

Bayern will uralte Vereinbarung mit Vorarlberg neu verhandeln.

Hörbranz, Lindau Eigentlich hätte die Brücke über die Leiblach bis Ende 2020 fertiggestellt sein sollen. Die technischen Planungen sind bereits abgeschlossen, die ersten Vorbereitungen erfolgt. Ein über 150 Jahre alter Vertrag sorgt jetzt allerdings für eine Verzögerung von mindestens einem Jahr.

Rückblick: Der Freistaat Bayern hat geplant, die knapp 70 Jahre alte Brücke am Grenzübergang Unterhochsteg an der Bregenzer Straße zwischen Hörbranz und Lindau durch einen Neubau zu ersetzen. Das Bauwerk ist marode. Lkw können es im Moment nur benutzen, weil Notstützen eingebaut wurden. So weit, so gut, gäbe es nicht den Grenzberichtigungsvertrag aus dem Jahr 1844, den Bayern jetzt neu verhandeln möchte. In der Vereinbarung, die Kaiser Ferdinand I. von Österreich und König Ludwig I. von Bayern geschlossen hatten, ist unter anderem festgelegt, dass Bayern für die Brücke in Unterhochsteg verantwortlich ist und Vorarlberg für jene in Oberhochsteg. Das soll sich nun ändern. „Es sind Bestrebungen der Bayern da, das neu zu regeln, so wie das bei allen anderen Brücken der Fall ist“, erläutert Vorarlberger Straßenbauchef Gerhard Schnitzer. Konkret soll Vorarlberg künftig je zur Hälfte für die beiden Grenzbrücken aufkommen, außerdem soll der Landkreis Lindau beteiligt werden. Markus Kreitmeier vom staatlichen Bauamt in Kempten begründet das gegenüber der Lindauer Zeitung damit, dass „Bayern auf der bayerischen Seite überhaupt keine Brücken mehr hat.“ Sprich: An die Brücke in Oberhochsteg führt eine Kreisstraße, an die sanierungsbedürftige Brücke in Unterhochsteg eine Bundesstraße. Der Wunsch sei erst vor Kurzem aufgetaucht, sagt Schnitzer. „Es braucht natürlich noch einen entsprechenden Beschluss der Vorarlberger Landesregierung.“ Die Kosten für den Neubau werden auf knapp 3,5 Millionen Euro geschätzt. VN-ger