Vorbildlich gelebtes Ehrenamt

Vorarlberg / 29.01.2020 • 18:02 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Großes Engagement für die Lochauer Ortsgemeinschaft.
Großes Engagement für die Lochauer Ortsgemeinschaft.

Ing. Kurt Schlachter (87), Ehrenzeichenträger der Gemeinde Lochau, verstorben.

LOCHAU Am 22. Jänner 2020 ist Ing. Kurt Schlachter im 87. Lebensjahr verstorben. Er war eine weit über Lochau hinaus bekannte und geschätzte Persönlichkeit. 15 Jahre war er als verantwortungsbewusstes, aktives Mitglied in mehreren Ausschüssen sowie in der Gemeindevertretung und als Gemeinderat für Lochau tätig.

Seine große Erfahrung in den Dienst der Gemeinde und ihrer Bürger zu stellen, war ihm dabei stets ein besonderes Anliegen. Für seine vielfältigen Verdienste wurde er mit dem Ehrenzeichen der Gemeinde Lochau ausgezeichnet. Damit fand seine jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit – in der Gemeindepolitik, in der Pfarre und in den Vereinen den verdienten Dank.

Kurt Schlachter hat am 9. April 1933 in Lustenau das Licht der Welt erblickt. Nach dem Besuch der Volksschule und dem Untergymnasium wechselte er in die Berufsrichtung Landwirtschaft. Nach einer Fachschule absolvierte Kurt Schlachter in Tirol die Höhere Bundeslehranstalt für Landwirtschaft, an der er 1955 maturierte. Die ersten Jahre war er in Tirol an landwirtschaftlichen Berufsschulen angestellt, anschließend arbeitete er als Verkaufsberater bei der Firma „Huber Seilwinden und Gerätebau“ in Götzis. Im Jahre 1961 wechselte er in die Rechts- und Liegenschaftsabteilung der VKW in Bregenz.

Am 30. April 1960 heiratete er Ilse Haberl aus Lustenau. 1962 wurde Sohn Reinhard geboren, Tochter Annelies erblickte 1965 das Licht der Welt. Ein Jahr zuvor war er mit seiner Familie nach Lochau umgezogen und 1973 konnte die Familie in das mit viel Eigeninitiative sowie großer Unterstützung seiner Musikkameraden erbaute Eigenheim an der Landstraße einziehen.

Kurt Schlachter war gerne unter Menschen, war gesellig, kontaktfreudig und hatte Humor. Er war begeisterungsfähig, und er verstand es, seine Begeisterung für eine Idee an andere weiterzugeben.

Sowohl während seiner beruflichen Tätigkeit als auch noch als Pensionist engagierte er sich intensiv für die Lochauer Ortsgemeinschaft. In seinen 20 Jahren als Pfarrgemeinderat, auch eine Periode als dessen Vorsitzender, hat er auch wesentlich am pfarrlichen Leben der Gemeinde mitgewirkt.

1967 war er Mitbegründer der ersten Lochauer Familienrunde, und er setzte sich als Leiter des Arbeitskreises „Ehe und Familie“ der Pfarre unter anderem dafür ein, dass noch etliche weitere Familienrunden entstanden. Daneben war er begeisterter Sänger beim Kirchen- und Männerchor.

Sein größtes „Hobby“ aber war der Musikverein Lochau. Obwohl nicht aktiver Musikant, hatte er mit viel Begeisterung, Mut und Umsicht 1970 die beiden früheren Lochauer Blasmusikkapellen zusammengeführt – und nun als gemeinsamen Musikverein Lochau – 16 Jahre lang als Vorstand geleitet und noch vier Jahre als Vizevorstand begleitet. Als Wertschätzung seiner Aufbauarbeit wurde Kurt Schlachter vom Vorarlberger Blasmusikverband mit dem Goldenen Ehrenzeichen ausgezeichnet.

Der großen Verdienste bewusst, ernannte ihn die Generalversammlung des Musikvereins Lochau 1983 zu ihrem Ehrenvorstand. Bei seinem Ausscheiden aus dem Aktivstand stellte sich noch der Bundes-Blasmusikverband mit der Silbernen Verdienstmedaille ein.

Als in Lochau der Ruf nach einem Pfarrheim seitens der Jugend immer größer wurde, ergriff er die Initiative. So kam es 1988 zur Gründung des „Trägervereines Pfarrheim Franz Xaver“ – wobei die Versammelten Kurt Schlachter auch zum Obmann wählten. Doch erst nach vielen Hürden konnte 1997 mit der Gemeinde Lochau der Bau des Pfarrheimes begonnen werden. Die Fertigstellung erfolgte im Mai 1998.

Als dann im Jahre 2003 die Renovierung der Pfarrkirche Lochau überfällig wurde, stellte sich Kurt Schlachter erneut der Pfarrgemeinde zur Verfügung und war bereit, die Funktion des Obmanns in diesem Ausschuss zu übernehmen. Nach 18 Jahren als Obmann des Trägervereines Pfarrheim Franz Xaver übergab er diese Aufgabe an seinen Nachfolger.

In den letzten Jahren wurde es etwas ruhiger um ihn. Aber die wöchentliche Kneipp-Gymnastikstunde sowie der anschließende Hock mit seinen Turnkollegen waren bei ihm – bis er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr teilnehmen konnte – immer fest eingeplant.

Kurt Schlachter war ein Familienmensch. Sein besonderer Stolz waren seine vier Enkel: Nina, Lukas, Mathias und Sophia. Zuletzt nahmen seine Kräfte ab. Sein Lebenswerk war vollendet und er konnte sein Leben ganz in die Hand Gottes legen, auf den er sein Leben lang fest vertraute. EE