Beispielhaftes Engagement

Vorarlberg / 30.01.2020 • 17:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Er hatte ein Gespür für Menschen und deren Nöte.
Er hatte ein Gespür für Menschen und deren Nöte.

Mag. Michael Gassner (1949–2020) war Obmann der Stiftung Jupident.

BÜRSERBERG Am 18. Jänner 2020 ist Mag. Michael Gassner plötzlich verstorben. Er hat mehr als 32 Jahre die Geschicke der Stiftung Jupident als Obmann des Kuratoriums geleitet. Sein Engagement für benachteiligte Kinder und Jugendliche war beispielgebend. Die Stiftung Jupident ist eine der ältesten Sozialeinrichtungen im Land.

Michael Gassner trat 1982 in das Kuratorium der Stiftung Jupident ein und übernahm 1988 die Funktion des Obmanns von seinem Vater Komm.-Rat Kurt Gassner. Bei der diesjährigen Hauptversammlung wollte er dieses Amt zur Verfügung stellen. Die Familie Gassner ist der Stiftung Jupident seit vielen Jahrzehnten tief verbunden und hat sich mit großem Engagement für Kinder und Jugendliche eingesetzt, mit denen es das Schicksal nicht so gut meint. Unter der Führung von Michael Gassner entwickelte sich die Stiftung Jupident zu einer fachlich hoch qualifizierten Einrichtung, die in der sozialen Landschaft Vorarlbergs nicht mehr wegzudenken ist. Während seiner Amtszeit wurden viele wichtige und weitreichende Entscheidungen getroffen. Darunter die Verpachtung des Sennhofs und der gesamten Liegenschaften sowie die Konzentration auf den Stiftungszweck durch den Ausbau des pädagogischen Angebots (Intensivwohnbereich für schwer mehrfach beeinträchtigte Kinder und Jugendliche, einen Jugendtagesbereich, ein Jugendwohntraining, Kindertagesgruppen und einen heilpädagogischen Kindergarten. In den letzten 15 Jahren hat sich daher der Personalstand beinahe verdoppelt, sodass derzeit 170 Personen in der Stiftung Jupident beschäftigt sind. Dazu kam eine Kooperation mit der Golfmanagement GmbH und eine bauliche Sanierungsoffensive.

Geschäftsführer Manfred Ganahl beschreibt Michael Gassner als „ruhigen, umsichtigen Menschen, der immer offen für Neues und ein Kämpfer für die Anliegen der Kinder und Jugendlichen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, war. Er hatte stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Geschäftsführung und es war ihm immer besonders wichtig, dass die Rahmenbedingungen stimmen. Michael Gassner hat vieles umgestaltet und weiterentwickelt. Er war innovativ, hartnäckig und konnte seine Kontakte optimal nutzen.“

Michael Gassner wurde am 9. April 1949 in Bludenz geboren. Seine Eltern, Kurt und Anne Gassner, waren Gesellschafter der Firma Getzner in Bludenz. Er studierte Theologie in Innsbruck und Paris und kehrte 1973 nach Vorarlberg zurück. Hier war er einige Jahre als Religionslehrer und parallel dazu im familiären Unternehmen als Personalreferent bei der Firma Getzner tätig. Beruflich hat er sich durch seine große Hilfsbereitschaft ausgezeichnet. Er hatte ein Gespür für die Mitmenschen, deren Nöte und Bedürfnisse. Privat galt er als besonderer Natur- und Tierliebhaber mit einem großen Interesse für die Geschichte Vorarlbergs. Sein Wissen hat er bei gesellschaftlichen Anlässen gerne an die jüngere Generation weitergegeben – wobei der Humor bei seinen Erzählungen nicht fehlen durfte. Nach seiner Frühpensionierung vor etwa zehn Jahren aus gesundheitlichen Gründen zog er mit seiner Familie nach Bürserberg um. Der Glaube hat ihm bis zu seinem Lebensende Kraft und Hoffnung gegeben und war stets ein wichtiger Bestandteil seines Lebens.