Die Grippeviren ziehen durchs Land

Vorarlberg / 30.01.2020 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Diese Utensilien stehen bei Infektgeplagten derzeit besonders hoch im Kurs. APA

Krankmeldungen haben in den vergangenen Wochen zugenommen.

Schwarzach Während die halbe Welt besorgt und gebannt auf die Aktivitäten eines neu aufgetauchten Coronavirus blickt, blasen die Grippeviren hierzulande beinahe unbeachtet zum Großangriff. Tirol meldete am Mittwoch die Schließung einer vierten Volksschule, weil ein Großteil der Schülerinnen und Schüler an Influenza erkrankt ist. Bis einschließlich Montag wird an diesen Volksschulen kein Unterricht mehr stattfinden. Am Dienstag mussten bereits die Volksschulen Vomperbach und Schönberg wegen Grippe schließen.

Appell zur Impfung

In Vorarlberg sind die Umtriebe der Influenzaviren an den steigenden Krankenstandszahlen abzulesen. Vergangene Woche langten bei der Landesstelle der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) in Dornbirn 1523 Krankmeldungen wegen Grippe oder grippaler Infekte ein. Eine Woche zuvor waren es 1399. Anfang des Jahres lag die Zahl der Krankmeldungen noch bei 495. Im Vergleich zu den Vorjahren dürfte die Grippesaison heuer aber deutlich gemäßigter ausfallen. Experten raten noch immer zur Schutzimpfung. Vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen könne sich die derzeit grassierende Grippewelle schnell verbreiten, heißt es.

Der erste Schwung an krankheitsbedingten Ausfällen kam in der aktuellen Grippesaison noch im alten Jahr. In den letzten drei Wochen von 2019 wurden zusammen knapp 3700 Krankmeldungen gezählt. Dann flachte die Kurve auf 261 ab, um 2020 wieder sukzessive anzusteigen. 495, 1211, 1399, 1523: So liest sich die Entwicklung der Krankenstandsmeldungen der vergangenen Wochen. Im gleichen Zeitraum der Vorjahre lagen diese Zahlen teilweise schon weit darüber. Das Rote Kreuz hat in einer aktuellen Aussendung appelliert, sich noch impfen zu lassen. „Eine Grippeimpfung mildert die Schwere und Dauer der Grippe ab, so man überhaupt erkrankt“, sagt Rotkreuz-Chefarzt Wolfgang Schreiber. Sind weite Teile der Bevölkerung geimpft, würden auch alle anderen viel seltener krank.

Kein Nachschub an Masken

Mehr als die Grippe scheint die Menschen derzeit allerdings das Coronavirus zu interessieren. Schutzmasken sind in den Apotheken jedenfalls ausverkauft. Susanne Schützinger-Österle, Vizepräsidentin der Vorarlberger Apothekerkammer, spricht von einer massiven Nachfrage. „Die zehn Masken, die wir lagernd hatten, waren sofort weg“, berichtet sie. Aktuell sei kein Nachschub in Sicht. Die Schutzwirkung solcher Masken wird jedoch als nicht zu 100 Prozent zuverlässig eingestuft (die VN berichteten). Sie können laut Schützinger-Österle höchstens bei direktem Anniesen eine gewisse Barriere bilden, weil die Tröpfchen auf der Maske hängenbleiben. Eine andere Erfahrung hat die Apothekerin aus Bregenz in Zusammenhang mit der Influenza gemacht. Die Nachfrage nach Grippeimpfstoff ist wieder da, nicht in großem Stil, aber doch. Das sei deshalb ungewöhnlich, weil mit dem Ende der Impfaktion normalerweise auch die Nachfrage versiege.