Gericht: Drei Jahre Haft für Missbrauch der Stieftochter

Vorarlberg / 30.01.2020 • 17:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für den Angeklagten wurden unter anderem sein Geständnis und seine geleistete Wiedergutmachung als mildernd berücksichtigt. ECKERT

55-Jähriger räumt ein, diverse Sexualpraktiken an Zwölfjähriger vollzogen zu haben.

Christiane Eckert

Feldkirch Einige Jahre waren sie ein Paar, dann passierte etwas, das die Kindesmutter nie von ihrem Lebensgefährten gedacht hätte. Der heute 55-Jährige vergriff sich an der Tochter, die die Frau in die Beziehung mitbrachte. Die Schülerin wurde im Alter von zwölf bis 13 Jahren rund ein Jahr lang missbraucht. Im Schnitt einmal pro Woche erfüllte sich der Angeklagte verschiedene sexuelle Wünsche mit der Heranwachsenden. Unter anderem mit einem Vibrator. Nun wurde er wegen schweren sexuellen Missbrauchs angeklagt und vor Gericht gestellt. Im Prozess in Feldkirch zeigt er sich weitgehend geständig und räumt ein, einen Riesenfehler gemacht zu haben. Der Verhandlungssaal ist voll. Freunde, Bekannte, Verwandte sind gekommen. „Mein Mandant steht nicht sozial isoliert allein da. Ich habe noch nie so viele Rückmeldungen bekommen. Von Leuten, die indirekt Hilfe anbieten wollen, falls nötig“, so Verteidiger Martin Rützler. Sein Mandant wisse, dass er einen „Riesenblödsinn“ gemacht habe, so der Verteidiger. Jeder mache Fehler, hoffentlich nicht so schlimme, sagt er.

Kind vertraute sich Mutter an

Aufgeflogen ist der Fall, weil der Teenager der Mutter von den Übergriffen erzählte. Im Zuge der Ermittlungen kam noch zutage, dass der Mann sich auch mit Kinderpornos immer wieder sexuell erregte. Auch hier hatte der Mann minderjährige Mädchen im Visier. Somit wird dem Beschuldigten zusätzlich das Vergehen der pornografischen Darstellung Minderjähriger angelastet. Als drittes Delikt kommt noch die Ausnutzung eines Autoritätsverhältnisses dazu. Dies deshalb, weil das Mädchen seiner Freundin ihm „anvertraut“ war und er dieses Vertrauensverhältnis ausgenutzt hat.

„Netter Kerl“

Rützler betont, dass sein Mandant alles tue, um den Schaden wiedergutzumachen. Sowohl er als auch das Mädchen sind in Betreuung. Der Mann sei kein Sonderling, habe früher nie einen Hang zu jungen Mädchen gehabt, sei in Vereinen engagiert gewesen und jeder finde ihn einen netten Kerl. Der Senat spricht den Unterländer schuldig, verurteilt ihn zu drei Jahren unbedingter Haft und 1000 Euro Entschädigung für das Opfer. Seit September vergangenen Jahres ist der Sexualstraftäter in U-Haft. Richterin Sonja Nachbaur betont, dass die sexuellen Handlungen allein vom Angeklagten ausgingen und das Opfer von sich aus nichts provozierte oder initiierte. Mildernd waren die Unbescholtenheit, das Geständnis und eine geleistete Wiedergutmachung. Erschwerend der lange Tatzeitraum und die Häufigkeit der Übergriffe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.