Mit Kohldampf ins Oberland

Vorarlberg / 30.01.2020 • 19:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Schweinebraten mit Sauerkraut und Serviettenknödel.
Der Schweinebraten mit Sauerkraut und Serviettenknödel.

Bludenz Das Fohren Center in Bludenz beherbergt neben Bowling, Pup und Laser Fun auch das Wirtshaus Kohldampf. Das Kohldampf wollte ich schon lange Mal besuchen. Auf dem Weg in den Skiurlaub nutzten wir die Gelegenheit für einen Boxenstopp im Oberland. Das Kohldampf ist einer von drei Ablegern, die sich neben Bludenz in Hohenems und in Abtwil (Kanton St. Gallen) befinden. Der Name des Restaurants, die ziemlich große Speisekarte, die von österreichischer Wirtshausküche über Burger und Steaks so ziemlich alles bietet, machten mich etwas skeptisch. Ich rechnete mit sogenannten XXL-Portionen von knapp mittelmäßiger Qualität, die mit Halbfertig- und Fertigprodukten zubereitet wurden. Weit gefehlt. Es war nicht so dass wir hochstehende Sterneküche kredenzt bekamen. Das erwartet auch niemand. Aber das Essen war durchwegs gut gekocht.

Der Ländle-Frischkäse mit Walnuss-Honigkruste und Blattsalat-Bouquet (8,70 Euro) meiner Frau war sehr gut. Die Knoblauchcremesuppe mit Sahnehaube und Croutons (4,70 Euro) die ich für mich bestellte, war so genial, dass ich den größten Teil an meine Tochter abgeben musste. Zur Hauptspeise sollte es Deftiges sein. Rindergulasch mit Spätzle (12,90 Euro) für meine bessere Hälfte und Schweinebraten mit Sauerkraut und Serviettenknödel (13,90) für mich.

Wahre Größe

Die Portionen zeigten zwar in Richtung XL, bewiesen aber auch geschmacklich wahre Größe. Der Braten vom Schweinehals war schön saftig, die Serviettenknödel luftig und locker. Das Sauerkraut war für meinen Gusto schon etwas zu sehr eingekocht und deshalb ziemlich intensiv. Das Gulasch hatte eine gute Konsistenz und das Fleisch war zart. Die Spätzle hätten zwar eine Prise Salz mehr vertragen, aber in solchen Fällen ist weniger mehr. Mit der Hoffnung, die Kalorien beim Skifahren wieder loszuwerden, bestellten wir uns noch eine Nachspeise. Eispalatschinken mit Vanilleeis, Schokosauce und Sahne (7,20 Euro) sowie ein Mohr im Hemd mit denselben Beigaben (8,80 Euro). Die Desserts waren eher unspektakulär, aber völlig in Ordnung. Über die Einrichtung des Kohldampfs kann man sich streiten. Für mich hat das Lokal trotz viel dunklem Holz eher eine Wartesaal-Atmosphäre. Der Biergarten muss im Sommer aber ein sehr gemütlicher Platz zum Verweilen sein. Fazit: wirklich gutes Gesamtpaket! Das nächste Mal dann im Sommer im schattigen Biergarten.

 

Der gebürtige Feldkircher Michael Kerschbaumer (Jg. 1968) arbeitete 15 Jahre als Koch in der internationalen Hotellerie und im Airline Catering bevor er sich zum Wirtschaftsinformatiker Fachrichtung Qualitätssicherung ausbildete.

Wirtshaus Kohldampf, Werdenbergerstraße 53, 6700 Bludenz, Tel. 05552 65385