„Unser Job verlangt viel Einfühlungsvermögen“

Vorarlberg / 30.01.2020 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das Team des LZH-Kindergartens mit Elisabeth Minatti (rechts) und Teresa Schneider (Frühförderung), (2.v.r.). LZH

Elisabeth Minatti und Teresa Schneider erzählen über ihre Arbeit mit Kindern mit einer Hörbeeinträchtigung.

dornbirn Sie sind besondere Pädagoginnen mit einer besonderen Ausbildung, die besondere Kinder begleiten. Diese Kinder leiden an einer Hörbeeinträchtigung. „Bei Kleinkindern, denen es an einem intakten Hörvermögen mangelt, ist die Sprachentwicklung meist verzögert“, weiß Elisabeth Minatti, die seit Herbst 2018 die Leitung des Kindergartens am LZH (Landeszentrum für Hörgeschädigte) in Dornbirn-Haselstauden übernommen hat. Für ihren Job, der viel Einfühlungsvermögen voraussetzt, bringt sie eine spezielle Ausbildung und 15 Jahre berufliche Erfahrung mit.

Prägende Zeit

Für sie war aber gerade jene Zeit prägend, die sie im Gehörlosenzentrum in Wien bei ihrer praktischen Ausbildung mit begleitender Gebärdensprache verbrachte. Diese Zeit habe sie nie ganz losgelassen, beschreibt die 43-jährige Dornbirnerin den Weg, der sie an das LZH führte. Dabei kamen ihr auch die vielen Jahre zugute, in denen sie in einer Integrationsgruppe mit Kindern mit unterschiedlichen Behinderungen in Dornbirn tätig war. „Die Kinder, die landesweit zu uns kommen, sind im Alter zwischen drei und sechs Jahren mit unterschiedlichem Hörvermögen. Wir holen jedes einzelne Kind dort ab, wo es sich in der Entwicklung gerade befindet. Und nachdem die Quelle des Guten im Spiel liegt, machen wir vieles auf spielerische Weise“, spricht Minatti aus ihrer Erfahrung.

„In der Freispielphase kann das Kind frei wählen, wo und was es spielen möchte. Der Kindergarten bietet eine große Auswahl an Spielmöglichkeiten und ist auch mit didaktischen Spielangeboten ausgestattet“, nennt sie spezifische Vorteile.

Und natürlich die Vielfalt verschiedener Therapiemöglichkeiten direkt im Haus sei ein großer Pluspunkt, ergänzt sie das Angebot. Die Bewegung, teils in der Turnhalle, teils an der frischen Luft bei Spaziergängen, gehöre zum Tagesablauf wie auch die kreative Förderung mit Basteln und Werken. Für Elisabeth Minatti sind der Umgang und die Arbeit mit diesen Kindern eine Herausforderung, die sie mit drei Kolleginnen teilt, die, wie sie selbst auch, in Teilzeit beschäftigt sind.

Mit Gerda Lenz, Martina Kramer und Marlies Fußenegger, die ebenso aus Dornbirn kommen. Das gute Miteinander und der regelmäßige Austausch im Team sei dabei enorm wichtig, betont die zweifache Mutter, die in ihrer Freizeit den Ausgleich zu ihrer Arbeit gerne mit Lesen verbringt, aber auch Wandern und Skifahren zählen zu ihren Hobbys.

Frühförderung

Zusätzlich stellt sich Teresa Schneider, sie kommt aus Bregenz, der Aufgabe als Leiterin in der Audiopädagogischen Frühförderung. Die erst 27-jährige Kindergartenpädagogin ist zudem ausgebildete Logopädin. „Die Arbeit mit den Kindern taugt mir, für mich ist jeder Tag spannend“, erzählt sie begeistert. Das Quäntchen Glück, das ihr zu dieser Stelle verholfen habe, sei wegen der Karenzzeit einer Teamkollegin entstanden, sagt sie mit strahlendem Gesicht. Denn zu dieser Zeit absolvierte sie während ihres Studiums gerade die praktische Ausbildung am LKH. „Die Hör- und Sprachfähigkeit eines Kindes mit Hörbeeinträchtigung soll sich bestmöglich entwickeln. Gerade deshalb sind wir bemüht, den betroffenen Familien eine bestmögliche Ausgangssituation zu schaffen. Dabei wird großer Wert auf den Austausch mit den Bezugspersonen der Kleinkinder gelegt“, schildert die Pädagogin die Prioritäten in der Frühförderung.

Kontakt mit den Familien

„Wir besuchen die Familien regelmäßig, tauschen uns aus und geben auch Hilfestellung im Umgang mit Hörgeräten.“ Weiters erwähnt sie die Eltern-Kind-Treffen, die alle sechs Wochen in den Räumen des LZH stattfinden. Dabei entstehe eine vertraute Atmosphäre zwischen dem Kleinkind und dem Umfeld, in das es auf diese Weise besser hineinwachsen könne, erzählt Teresa Schneider aus dem breiten Feld ihrer interessanten Tätigkeit, die sie mit zwei weiteren Kolleginnen teilt. Privat ist die junge Bregenzerin gerne tänzerisch und sportlich aktiv. „Oft suche ich den Ausgleich zum Alltag auch beim Gitarrespielen“, erwähnt sie und im Nachsatz: „Es ist schön, wenn man sagen kann: Das ist mein Traumberuf.“ eh