Bawart will zurück in Weilers Bürgermeistersessel

Vorarlberg / 31.01.2020 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sandra Bitriol (29) und Mechtild Bawart (64) stehen an der Spitze der Liste „Wir für Weiler“. Sie streben die Mehrheit in der Gemeindevertretung und den Bürgermeistersessel für Bawart an. WIR FÜR WEILER

Zehn Jahre nach dem Rückzug kandidiert die Ex-Bürgermeisterin wieder.

Gernot Schweigkofler

weiler Zehn Jahre lang, von 2000 bis 2010, war Mechtild Bawart (64) Bürgermeisterin der Vorderland-Gemeinde Weiler. Nachdem sie 2000 in der Stichwahl den VP-Kandidaten Bürgermeister Rudi Boss aus dem Amt geworfen hatte, triumphierte sie 2005, nun selber auf einem Ticket der Volkspartei, mit 84,6 Prozent der Stimmen. Nach turbulenten Jahren, inklusive einer Anklage wegen Amtsmissbrauchs, die mit einem Freispruch endete, flog sie dann 2010 gegen den heutigen Bürgermeister Dietmar Summer (69) aus dem Bürgermeisteramt. Nach weiterem Streit verließ sie später die Volkspartei und das politische Leben, meldete sich aber immer wieder zu Wort.

Wohlfühlfaktor

Von Streit will Bawart nichts mehr wissen. Beim Einreichen der Kandidatenliste spricht sie viel mehr vom „Wohlfühlen“, das entscheidend sei. Sie wolle, erklärt sie, den Blick in die Zukunft richten, deshalb werde sie auch die Arbeit des Bürgermeisters nicht kritisieren. Es gehe darum, die Anliegen der Bürger zu hören. Mit ihren Mitstreitern, die Liste heißt „Liste Bürgerbeteiligung: Wir für Weiler“ möchte sie die Bürger von Weiler in die Politik viel stärker einbeziehen und Instrumente der direkten Demokratie nutzen. Mit Themenhäusern sollen die Probleme Weilers in Angriff genommen werden. Bawart spricht von einem Gesundheitshaus, einem Familienhaus, aber auch einem Generationenhaus. Auch leistbares Wohnen für Singles ist ein Thema. Wichtig sei jedenfalls eine transparente Informationspolitik.

Bawarts Ziel ist klar. Sie möchte in der Direktwahl Bürgermeisterin werden und mit ihrer Liste die absolute Mehrheit erreichen. Vizebürgermeisterin soll dann die Listenzweite Sandra Bitriol (29) werden. Es sei ihr wichtig, dass viele Frauen auf der Liste sind: Auf den vorderen Positionen sind die Geschlechter ausgeglichen. „Die Stimmung im Dorf ist toll“, ist Bawart überzeugt, dass das Ziel erreichbar ist. „Die Menschen merken, das sich etwas bewegt.“

Die Themen sind übrigens auch bei Amtsinhaber Dietmar Summers Liste „Mitnand für Weiler“ ganz ähnlich. Mit den Slogans „Zämma schaffa“ und „Ohra spitza“ stellt auch Summer das Miteinander in den Fokus.