Coronavirus gefährdet Lokale

Vorarlberg / 31.01.2020 • 21:51 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vaduz ist bei Gästen aus Asien (hier aus Taiwan) ein beliebter Zwischenstopp auf der „Europa-Runde“. Gegessen wird dann oft in Vorarlberg. volksblatt
Vaduz ist bei Gästen aus Asien (hier aus Taiwan) ein beliebter Zwischenstopp auf der „Europa-Runde“. Gegessen wird dann oft in Vorarlberg. volksblatt

China-Restaurants klagen über ausbleibende Busgruppen aus China.

feldkirch Der Coronavirus hält nicht nur China auf Trab. Weltweit wächst die Angst vor einer Pandemie. Vorarlberg blieb bislang verschont. Manche spüren den Virus aber bereits in der Geldbörse: China-Restaurants. Das hat weniger mit den Vorarlbergern zu tun, die genießen weiter ihre Acht Schätze. Aber Vorarlberg liegt an der für chinesische Reisegruppen wichtigen Busroute Luzern Innsbruck. Vaduz ist da ein beliebter Zwischenstopp. Zum Essen fahren viele Busse nach Vorarlberg. Diese Reisen fallen jetzt aus: die Chinesische Regierung hat ein Ausreiseverbot für Pauschalreisen verordnet.

„Ja, der Virus macht sich bemerkbar“, sagt Jogie Xing, Juniorchef des China-Restaurant Lotos in Feldkirch: „Es kommen viel weniger Gruppen“. Das Restaurant ist bei chinesischen Reisegruppen beliebt, die fallen zunehmend weg. „Es wird bald ganz stoppen“, erzählt er. Für die kommenden Wochen gebe es keine Bus-Buchungen mehr. „Das ist sehr schlecht fürs Geschäft“, sagt Xing, Zahlen will er keine nennen.

In einem anderen China-Restaurant hat man chinesischen Busreisen abgesagt. „Die Situation ist einfach zu gefährlich“, glaubt der Besitzer, der anonym bleiben möchte. Deshalb habe er die Verträge storniert. Das sei auch dem Druck der Gäste geschuldet: „Viele haben mir gesagt, dass sie nicht mehr kommen, wenn chinesische Reisegruppen im Haus sind“.

Andere Restaurants melden dagegen keine Einschränkungen. „Ich habe schon seit Wochen keine Reisegruppe aus China mehr im Haus gehabt“, erklärt Jianguang Hu vom Hu-Xin Restaurant. „Sie sind für mein Geschäft auch nicht wichtig“.

Sorgen in Liechtenstein

Vorarlberg nutzen die Busse maximal als Stopp um zu Essen. Anders ist das im Liechtenstein. Jährlich besuche das Fürstentum rund 250.000 bis 280.000 Chinesen. Insgesamt schätzt man, dass 600.000 Tagesgäste jedes Jahr kommen. 50 Prozent kommen aus „Mainland China“, der Rest aus Taiwan und Hong Kong. Sie flanieren durch Vaduz und kaufen ein. Das chinesische Neujahr, sei noch normal abgelaufen, sagt Renate Bachmann von Liechtenstein Marketing: „Viele der Gäste haben von sich aus einen Mundschutz getragen“, es habe keine Probleme gegeben.

Das Aus für Gruppenreisen aus China könnte Händlern in Vaduz große Sorgen machen. Die Chinesen gelten als sehr ausgabefreudig. „Die tägliche Wertschöpfung liegt bei durchschnittlich 250 bis 300 Franken“, erklärt Bachmann. Das ist ein vielfaches der europäischen Gäste. Das werde zwar nicht alles im Fürstentum ausgegeben, hier blieben die Gäste ja nur einen halben Tag, aber es geht um viel Geld. „Wenn sich die Lage bis Ende März beruhigt, werden wir es kaum spüren“, sagt Bachmann. Schwierig würde es, wenn die Einschränkungen bis in den Juni gehen. Ein Reiseverbot bis in den Sommer hinein wäre wohl auch für so manches chinesisches Restaurant in Vorarlberg fatal. VN-GMS

„Das Virus macht sich bemerkbar. Das Geschäft mit den Reisegruppen wird stoppen.“