Vom Druck aufs Gaspedal und Lorbeeren

Vorarlberg / 31.01.2020 • 19:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hans Peter Metzler versucht sich offenbar mit Kritik am Land zu profilieren.VN
Hans Peter Metzler versucht sich offenbar mit Kritik am Land zu profilieren.VN

Haussegen Der Haussegen zwischen Wirtschaftskammer Feldkirch (WK) und dem Land hing schon gerader. Dass WK-Präsident Hans Peter Metzler (54) LH Markus Wallner (51, VP) in einem VN-Gespräch wissen ließ, dass das Land in Sachen Digitalisierung zu wenig aufs Gaspedal drücke, können sowohl Wallner als auch Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (43, VP) „ganz und gar nicht nachvollziehen“. Immerhin, so heißt es im Landhaus, verfüge das Land mit Andreas Salcher (47) von der Wisto im Gegensatz zur Wirtschaftskammer über einen Digitalisierungsbeauftragten. Darüber hinaus greife das Land tief in die Kasse und finanziere gemeinsam mit WK und Arbeiterkammer (AK) mit Präsident Hubert Hämmerle (58) und dessen Mitarbeiterin Eva King (43), die als „erfreulich umtriebig und durchsetzungsstark“ gilt, den Digital Campus in Dornbirn. Im Umfeld Wallners wird die Schelte des WK-Präsidenten an Land und Wallner jedenfalls den bevorstehenden Wirtschaftskammerwahlen geschuldet. Es gehe Metzler offenbar primär um seine Profilierung als Kammerpräsident.
Gesang statt Politik Der in den Ruhestand getretene einstige Landtagsvizepräsident Ernst Hagen (68, FP) macht in der Pension das, was er am besten kann und worin er über alle Parteigrenzen hinweg stets höchste Anerkennung erntete: Hagen singt. Das ehemalige Aushängeschild des Cäcilienkinderchors Lustenau singt zu geselligen Anlässen genauso wie bei Beerdigungen und Messfeiern. „Eigentlich mache ich derzeit nichts anderes als singen“, erzählte der ehemalige Spitzenpolitiker unlängst und marschierte mit einem Bündel Noten Richtung Lustenauer Gotteshaus, wo er dem verstorbenen früheren Standesbeamten Fritz Bösch (85) gesanglich die letzte Ehre erwies.

 

Konkurrenz Die Grünen segeln mit Rückenwind des Themas Klimaschutz seit Längerem auf Erfolgskurs. Vor diesem Hintergrund wittert die Gesinnungsgemeinschaft bei den Gemeindewahlen im März auch in kleineren Kommunen Wählerpotenzial. So auch in Koblach bei Gemeindechef Gerd Hölzl (53, VP), wo die Schwarzen in der Gemeindestube über die absolute Mehrheit verfügen. Jetzt hat Hölzl mit Ulrich Sandholzer (62) und grünen Mitstreitern Konkurrenz bekommen. Sandholzer ist Ex-Direktor des Bundesgymnasiums Rebberggasse in Feldkirch, sein Vorgänger als Schuldirektor war übrigens Ex-Nationalrat Harald Walser (66, Grüne). Sandholzer soll jedenfalls bereits auf der Suche nach Mitstreitern sein, heißt es in der Kummenberggemeinde.

 

Emotional In Vorwahlzeiten sind Spitzenkandidaten fieberhaft auf der Suche nach Chancen, um Lorbeeren einheimsen zu können. So auch in Feldkirch bei Stadtoberhaupt Wolfgang Matt (64, VP). Dort liefern sich die im Rathaus vertretenen Fraktionen ein Tauziehen um Erfolge, die sie sich auf die Fahnen heften können. Dazu zählt vor allem die seit August 2019 laufende und vielfach emotional geführte Debatte um die Schließung der Stadtmetzgerei von Gerhard Spieler (54). Nun sorgt ein Brief an den Bürgermeister und alle Stadträte für Gesprächsstoff und dürfte vor allem Matt verärgern. Spieler bedankt sich darin nämlich ausgerechnet beim Freiheitlichen Daniel Allgäuer (55) für dessen Handschlagqualitäten. Er habe Allgäuer, der bei den Gemeindewahlen bekanntlich Matts Chefsessel im Rathaus erobern will, das Versprechen gegeben, der Stadt Feldkirch Verkauftstheke und Kühlräumlichkeiten zu schenken. „Wir hoffen mit diesen Schenkungen für die Stadt eine optimale Lösung geschaffen zu haben“, äußert sich Spieler, der dem neuen Stadtmetzgereibetreiber Christof Schöch (29) alles Gute wünscht, in dem Schreiben.