Zum Gedenken

Vorarlberg / 31.01.2020 • 17:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Lustenau „Evelyn liebte das Leben!“ So schrieb ihre Schwester Karin im Lebenslauf der allzu früh verstorbenen Evelyn Dörler, geb. Hämmerle, die bereits vor gut sieben Jahren an Knochenmarkkrebs erkrankt war. Trotz der erschütternden Diagnose haderte Evelyn nicht mit ihrem Schicksal, sondern nutzte die Zeit, die ihr gegeben war. Sie sprach gut auf die verschiedenen Therapien an und besonders nach ihrem Umzug in ihre neue Wohnung in Lauterach vor vier Jahren blühte sie noch einmal auf. Am 26. Oktober 1950 in Lustenau geboren, erlebte sie im Elternhaus in der Amann-Fitz-Straße eine glückliche Kindheit mit ihren Geschwistern. Als Jugendliche trat sie in den elterlichen Schreibwarenladen ein und absolvierte eine kaufmännische Lehre. Anschließend zog sie nach Lochau, wechselte ins Gastgewerbe und arbeitete jahrelang im Gasthof Mangold und später im Hotel Angelika in Hard. Im Winter war sie einige Male auf Saison im Montafon oder am Arlberg, wo sie in ihrer Freizeit das Skifahren genießen konnte. Der Liebe wegen zog Evelyn 1982 nach Wien, absolvierte dort erfolgreich die Umschulung zur Heilmasseurin und übte diesen Beruf fünf Jahre in der Ordination Dr. Förster aus. Nach der Trennung von ihrem damaligen Partner kehrte sie wieder nach Lustenau ins Elternhaus zurück.

Bald entdeckte Evelyn eine neue Leidenschaft – das Bereisen ferner Länder! Peking, Alaska, Kanada, die USA, Hawaii, die Karibik, Costa Rica, Panama, Chile und Brasilien waren nur einige Länder, die sie gesehen hat. Später erkundete sie den Nahen Osten, Jerusalem und Ägypten. Auch sonst hatte Evelyn Dörler viele Hobbys. Sie war sehr belesen, sie wanderte gerne und kannte in Vorarlberg als auch in der benachbarten Schweiz und im Allgäu fast jeden Gipfel. Auch mit Fotografieren und Ahnenforschung beschäftigte sie sich gerne. Zu Hause unterstützte sie ihre Eltern im täglichen Leben und als ihre Mutter vor zwanzig Jahren schwer erkrankte, pflegte sie sie daheim aufopfernd.

2002 erwarb Evelyn Dörler den Taxischein und war bis zu ihrer Pensionierung bei Taxi-Bösch eine beliebte und zuverlässige Fahrerin! Selbst kinderlos geblieben, hatten ihre Patenkinder Chiara und Nena in ihr eine wunderbare „Goti“.

Bis Ende November lebte Evelyn völlig selbstständig und glücklich in Lauterach. Doch dann wurde eine unerwartete Gehirnentzündung diagnostiziert, für die es keine Heilung mehr gab. Wohlumsorgt starb sie im Hospiz am See, liebevoll begleitet von ihrer Familie, die sie sehr vermisst.