Der Leerstand wird langsam mobil

Vorarlberg / 02.02.2020 • 18:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Sicher Vermieten“ nimmt langsam Fahrt auf. VN/Steurer
„Sicher Vermieten“ nimmt langsam Fahrt auf. VN/Steurer

„Sicher Vermieten“ hat 29 Wohnungen auf den Markt gebracht.

Schwarzach, Bregenz Wer eine Wohnung sucht, hat es in Vorarlberg nicht leicht. Die Landespolitik versucht seit einigen Jahren, den angespannten Wohnungsmarkt in den Griff zu bekommen. Sie lässt zum Beispiel gemeinnützige Wohnungen in allen Gemeinden bauen, außerdem wurde im Auftrag der Landesregierung die Situation des Leerstandes in Vorarlberg erhoben. Leerstand bedeutet: Leere Wohnungen, die eigentlich vermietet werden könnten. Damit dies geschieht, rief die Landesregierung das Projekt „Sicher Vermieten“ ins Leben. Zunächst mit wenig Erfolg. Vergangenes Jahr erfolgte ein Neustart, nun gibt es eine erste Bilanz: 29 Wohnungen wurden bereits über „Sicher Vermieten“ wieder auf den Markt gebracht, wie Rudolf Erath auf VN-Anfrage erklärt.

Erath selbst ist Teil dieses Neustarts. Er wurde als sogenannter Kümmerer eingesetzt, der das Projekt federführend betreut. „Aufgrund der Kampagne ab April 2019 und den Bemühungen der Wohnungsämter haben sich seit April 2019 circa 150 Eigentümer bei uns gemeldet“, erzählt er.

Viele Wohnungen leer

Rund 8500 Wohneinheiten in Vorarlberg fallen in die Kategorie „Leerstand“. 2000 davon gelten als kurzfristig aktivierbar, 2000 bis 4000 weitere könnten nach Renovierungen oder unter anderen Rahmenbedingungen auf den Markt kommen. Ein solcher geänderter Rahmen wäre das Mietrecht.

2000 kurzfristig aktivierbaren Wohnungen stehen 29 vermietete Wohnungen gegenüber. Sechs weitere schriftliche Zusagen liegen bereits vor, betont Erath. 35 Wohnungen entsprechen einer größeren Wohnanlage. Insgesamt hätten sich schon 150 Eigentümer gemeldet, fährt der Kümmerer fort. „Zunächst wird das Projekt besprochen, dann findet eine Besichtigung statt. Falls gewünscht, unterstützen wir bei der Beschaffung der notwendigen Unterlagen und bei möglichen Sanierungsarbeiten.“ Sobald die Wohnung bezugsfertig ist, organisiere die Stelle im Land die Besichtigungstermine und die Übergabe. „Wir sind dann die ersten Ansprechpartner für den Mieter.“ Die Hälfte der Wohnungen befinden sich in Dornbirn, der Rest verteilt sich über das ganze Land: Bregenz, Feldkirch, Lochau, Lustenau, Altach, Götzis, Röthis, Göfis, Rankweil, Krumbach und Riefensberg.

Rudolf Erath lobt das Projekt: „Für die Eigentümer, die sich bisher vor einer Vermietung gescheut haben, ist es maßgeschneidert. Allerdings muss ein grundsätzlicher Wille zur Vermietung vorhanden sein.“ Schwieriger sei es bei Leerstand, in den zunächst noch investiert werden müsse. Laut Studie sind das 2000-4000 Wohnungen.

„Für Eigentümer, die sich bisher vor einer Vermietung gescheut haben, ist es maßgeschneidert.“

Sicher Vermieten

29 Wohnungen wurden über „Sicher Vermieten“ bereits vermietet. Zudem existieren sechs weitere schriftliche Zusagen.

 

150 Eigentümer haben sich seit April 2019 gemeldet. Eine Vermietung scheiterte schon an zu hohen Sanierungskosten, am nicht geklärten Nachlass, an einem geplanten Verkauf oder der geplanten mittelfristigen Nutzung im Familienkreis.

 

50 Prozent aller Wohnungen befinden sich in Dornbirn, der Rest verteilt sich auf zwölf weitere Gemeinden.