Stadt Dornbirn will Wassernetz stärken

Vorarlberg / 02.02.2020 • 18:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Steinbruch Unterklien befindet sich nahe an einer städtischen Trinkwasserquelle.  LAG
Der Steinbruch Unterklien befindet sich nahe an einer städtischen Trinkwasserquelle.  LAG

Investition in Leitungsnetz und Nein zu Steinbrucherweiterung.

Dornbirn Die Stadt Dornbirn investiert über die kommenden zwei Jahre 1,5 Millionen Euro in ihr Wasserleitungsnetz. Die Maßnahmen sollen die Versorgungssicherheit der Stadt mit Trinkwasser erhöhen, wie Wasserwirtschaftsstadtrat Gebhard Greber (SP) in der Stadtvertretungssitzung am Donnerstag erklärte. Das Gremium nickte die Pläne einstimmung ab. Greber erläuterte zudem die verschiedenen Quellen, aus denen die Messestadt ihr Wasser bezieht und positionierte sich klar gegen die Erweiterungspläne des Steinbruchs Unterklien, der die nahe Quelle gefährde.

Rund ein Drittel des Dornbirner Wassers stamme aus sechs eigenen Quellen im Ebnitertal und Watzenegg. 12 bis 15 Prozent, das sei von Jahr zu Jahr etwas unterschiedlich, liefere das Pumpwerk Klien, das sich zwar auf Hohenemser Grund befindet, aber dem Dornbiner Wasserwerk gehört. 55 Prozent liefere das Pumpwerk Mäder aus dem Grundwasservorkommen des Rheintals. „Diese verschiedenen Standbeine sind die große Stärke der Stadt“, so Greber.

Das Wasser vom Pumpwerk Mäder laufe über zwei Leitungen in die Messestadt. Das Wasserwerk wolle die beginnenden Bauarbeiten zur neuen Autobahnanschlussstelle nutzen und eine Verbindungsleitung zwischen beiden Rohren unter die neue Bleichestraße legen, um so eventuelle Ausfälle eins der beiden zu kompensieren. Im Bereich Josef Ganahl-Straße und Stiglingen werden sogenannte Ringschlüsse vorgenommen und die Rohre unter Teilen der Bahnhofstraße und der Dr.-Ölz-Straße ausgetauscht. Dort liegen noch Stahlrohre aus dem Jahr 1928 unter dem Asphalt. Die Projekte werden teils in diesem, teils im kommenden Jahr umgesetzt, die Kosten von 1,534 Millionen Euro komplett aus Rücklagen finanziert. „Das Wasserwerk hat stets sehr vorausschauend gewirtschaftet, sodass für diese Maßnahmen die Wassergebühren nicht erhöht werden müssen“, lobte Greber.

Keine Erweiterung

Im Zuge dessen sprach sich Greber klar gegen die Erweiterung des Rhomberg-Steinbruchs in Unterklien aus, da diese die Quelle Klien gefährde. Er verwies auf das Wasserschutzgebiet um die Quelle, in dem keine Abgrabungen stattfinden oder Bodenschätze gewonnen werden dürfen. Einer Abänderung dieses Schutzbescheids dürfe die Stadt auf keinen Fall zustimmen, mahnte er, das habe auch der Stadtrat klargestellt. „Wir brauchen diese Quelle“, sagte Greber. „Die Wasserversorgung muss in öffentlicher Hand bleiben“, erteilte er zudem etwaigen Privatisierungsideen eine Absage. VN-pes

„Die verschiedenen Standbeine in der Wasserversorgung sind die große Stärke der Stadt.“