Mehrere Kandidaten: Politischer Frühling am Arlberg

Vorarlberg / 03.02.2020 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Brigitte Finner sowie Gemeindechef Ludwig Muxel und Clemens Walch wollen in den Gemeindwahlkampf in Lech ziehen. VN

In Lech gehen gleich vier Listen an den Start, Bürgermeister plant den Rückzug für 2022.

Lech Paukenschlag in Lech und Zürs am Arlberg. In der Tourismusgemeinde steht gewissermaßen ein politischer Frühling bevor. Gleich vier Listen werden bei der Gemeindewahl am 15. März an den Start gehen: Neben der Liste Lech von Langzeitgemeindechef Ludwig Muxel wollen die Bürgerlisten „Lech im Herzen – Zukunft im Kopf“ mit Brigitte Finner, „Unser Dorf – Tradition und Moderne“ mit Clemens Walch und die Gruppierung „Jugend von Lech“ mit Luis Schneider in der Gemeinde mitmischen.

Listen statt Mehrheitswahlrecht

Brigitte Finner gilt übrigens als Mitglied der Neos, Hotelier Clemens Walch saß bis zur Gemeindewahl vor fünf Jahren im Gemeindevorstand und Luis Schneider ist Sohn von Hotelier Gerold Schneider, der sich bereits als Mandatar in der Kommune mit rund 1200 Wahlberechtigten engagiert. „Lech war bisher erfolgreich, weil wir an einem Strang gezogen haben“, ist Muxel im VN-Gespräch überzeugt. „Wenn man sich in einer kleinen Gemeinde einig ist, bringt man etwas weiter, und genau das stand in den letzten fünf Jahren im Vordergrund“, sagt der Gemeindechef und kündigt seinen Rückzug an. „Ich bin 64 Jahre alt und werde mein Amt in absehbarer Zeit übergeben. Die Gemeindewahl, bei der ich mich auch der Bürgermeisterdirektwahl stelle, wird meine letzte Wahl sein. Meine Aufgabe ist es, alles für eine gute Nachfolgelösung in den nächsten zwei bis drei Jahren vorzubereiten.“
Ihm persönlich sei es ein großes Anliegen, dass die gute Zusammenarbeit in der Gemeinde auch nach seiner Zeit als Bürgermeister weitergehe. „Die Gemeindevertretung hat gut und konstruktiv gearbeitet, alle Beschlüsse wurden einstimmig oder mit ganz klaren Mehrheiten gefasst.“ Aufgrund der Anmeldung der Listen wird damit seit vielen Jahren in Lech erstmals nicht nach dem Mehrheitswahlsystem gewählt. Dies bringe eine grundlegende Änderung, so Muxel. „Nach dem Mehrheitswahlsystem kann jeder Bürger direkt in die Gemeindevertretung gewählt werden, und zwar unabhängig von Parteien, Listen und Einzelinteressen. Dieses basisdemokratische System bietet allen Bürgern die gleiche Chance, in die Politik einzusteigen. Bei der Listenwahl können nur jene Personen gewählt werden, die auf der jeweiligen Liste aufgestellt sind. In die Gemeindevertretung kommen meist nur die vorderen Listenplätze, was den Wählern die Freiheit nimmt, wie beim Mehrheitswahlsystem auch andere Personen vorzuschlagen.“

Generationswechsel vorbereiten

Auf der von ihm angeführten Liste Lech werde bereits ein Generationswechsel sichtbar, mit dabei seien nämlich zahlreiche junge Frauen und Männer, die für das Amt des Bürgermeisters in Frage kommen würden. „Ich bin zuversichtlich und werde eine gute Nachfolgeregelung unterstützen, indem ich das Amt einem bestens vorbereiteten Nachfolger oder einer Nachfolgerin übergebe.“ Die Übergabe soll so rechtzeitig erfolgen, dass der neue Bürgermeister genug Zeit zur Einarbeitung habe. „Das wird ungefähr in der Mitte der fünf Jahre liegen.“