Verfahren um angebliche Eizellen-Verwechslung beendet

Vorarlberg / 03.02.2020 • 18:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Schweizer Klägerin mit ihrem anwaltlichen Vertreter Andreas Ermacora beim Zivilprozess. <span class="copyright">Eckert</span>
Die Schweizer Klägerin mit ihrem anwaltlichen Vertreter Andreas Ermacora beim Zivilprozess. Eckert

Nun müssen Ex-Patientin und medizinische Einrichtung schriftliches Urteil abwarten.

Christiane Eckert

Feldkirch Die heute 44-jährige Patientin kam zum letzten „Durchgang“ des Zivilverfahrens gegen ein Vorarlberger medizinisches Institut mit ihrem Mann nochmals persönlich. Es gehe ihr psychisch immer noch schlecht, sagt sie. Zum einen vermutet sie, dass ihre Eizellen einer fremden Frau eingepflanzt wurden. Und diese könnte, so die Klägerin, „ihr“ Kind zur Welt gebracht haben. Diese Ungewissheit sei schrecklich. Zum anderen geht sie davon aus, dass die Reproduktionsmediziner noch zwei weitere Eizellen von ihr tiefgefroren haben. Auf deren Herausgabe klagte die Frau, die in der In-vitro-Fertilisation ihre letzte Chance auf ein Kind sah.

Komplexe Vorgänge

In vielen Zeugeneinvernahmen am Zivilgericht Feldkirch wurde deutlich, wie kompliziert künstliche Befruchtung abläuft (die VN berichteten). Unzählige Schritte, Überwachungsvorgänge, Dokumentationen, durchgeführt von Spezialfachkräften. Die Dokumentation war es unter anderem, die den größten Knackpunkt des Verfahrens darstellte. Ein zweites Mal musste der damals zuständige IT-Experte einvernommen werden. Außerdem wurde ein zusätzliches Gutachten aus diesem Fachbereich eingeholt. Der Sohn des Institutsgründers, selbst jahrelang Geschäftsführer und Facharzt, hatte zuletzt angeblich grobe Mängel des Systems angeprangert. Die beklagte Seite erklärte dies allerdings damit, dass der 46-Jährige sich mit der Familie zerstritten habe und nun das Institut schlechtmachen wolle. Dass das Verhältnis Vater – Sohn seit vielen Jahren tief zerrüttet ist, ist kein Geheimnis.

Weitere Zeugen

Im letzten Abschnitt wurden nochmals Angestellte der Einrichtung befragt. Wieder wurde die Frage „Kann es sein, dass es zu einer Verwechslung gekommen ist?“ gestellt. Und alle Befragten schilderten, dass sie sich das nicht vorstellen können. Ob die Klägerin mit ihren Behauptungen recht und Ansprüche hat oder ob die Einrichtung zu Unrecht vor Gericht zitiert wurde, muss nun Richterin Sieglinde Stolz entscheiden. Das Urteil ist allerdings nicht öffentlich und ergeht schriftlich.