Wolf im Bregenzerwald: Gekommen, um vielleicht zu bleiben

Vorarlberg / 03.02.2020 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Wolf dürfte wohl noch ein Einzelgänger sein. VN-ARCHIV

Bis in sechs Wochen wird man wissen, ob ein Wolf für die Wildrisse verantwortlich ist. Wildökologe Hubert Schatz will eine Ansiedlung des Wolfs nicht ausschließen.

Egg, Sibratsgfäll Im Grenzgebiet des Vorderen Bregenzerwaldes zum Allgäu gab es in den vergangenen Wochen immer wieder Hinweise auf einen Wolf. Erhärtet wird dieser durch zwei Wildtierrisse: Vor rund zwei Wochen wurde eine Hirschkuh in einem Rotwildgehege bei Egg gerissen. Am Freitag wurde von einem Jagdaufseher der frische Kadaver einer Rehgeiß bei Sibratsgfäll gefunden.

Klarheit gibt es in mehreren Wochen

Beide Risse könnten von einem Wolf stammen. Eine genetische Untersuchung am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität in Wien soll Klarheit bringen. „Wir rechnen mit einem Ergebnis in vier bis sechs Wochen“, schätzt Landeswildökologe Hubert Schatz.

„Es ist nicht auszuschließen, dass eine Ansiedlung stattfinden könnte.“

Landeswildökologe Hubert Schatz

Im Vorjahr gab es bereits zwei bestätigte Wolfrisse bei Hittisau und Schönebach. Vergangenen Herbst habe eine Wildkamera bei Hittisau den Wolf fotografiert. Der Verdacht liegt nahe, dass es wieder dasselbe Tier ist. „Es ist nicht auszuschließen, dass eine Ansiedlung stattfinden könnte – auch wenn es dafür noch keine Hinweise gibt“, räumt Schatz ein. So wäre es möglich, dass sich auch ein Einzeltier zumindest für längere Zeit in einem geeigneten Revier niederlässt. Wenn sich jedoch in dem Gebiet keine Partnerin finden lässt, könnte er schlussendlich zur Rudelgründung doch weiterziehen.

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Hubert Schatz

Mehrere Rudel im Alpenraum

Derzeit geht man davon aus, dass der vermeintliche Wolf sich bevorzugt im Großraum Sibratsgfäll-Hittisau-Balderschwang-Hirschgunttal aufhält. Für Mensch und Landwirtschaft gehe von dem mutmaßlichen Wolfsvorkommen keine erhöhte Gefahr aus, betont Schatz. Im Kanton Graubünden wie auch in Deutschland und Italien gibt es mehrere Rudel mit Jungtieren. Diese verlassen mit einem gewissen Alter das Rudel und durchqueren auf der Suche nach Partnern riesige Gebiete, so auch vermehrt Vorarlberg.