15 Jahre Haft: Höchststrafe für brutalen Räuber

Vorarlberg / 04.02.2020 • 16:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Zwei Männer standen vor Gericht. EC

Rumäne muss für lange Zeit hinter Gitter, sein 17-jähriger Komplize ebenfalls.

Christiane Eckert

Feldkirch Staatsanwalt Philipp Höfle erinnert der gegenständliche Fall stark an jenen, bei dem in Alberschwende ein Pensionist von Rumänen ausgeraubt und schwer verletzt wurde. Der Täter bekam im erster Instanz 13,5 Jahre Haft. „Home invasions“ nennt man Raubüberfälle, bei denen die Opfer in ihrem sonst so vertrauten Heim überfallen und ausgeraubt werden. „Es ist eine der niederträchtigsten Taten, die ich in meiner Zeit als Staatsanwalt bearbeitet habe“, so Höfle. Tatsächlich gingen die zwei Männer in Rankweil mit immens roher Gewalt gegen den 84-Jährigen vor, obwohl dieser sich nicht wehrte, kooperativ war und einem der Männer zuvor noch Arbeit gegeben und Geld geschenkt hatte.

Geholfen und beraubt

Der 44-jährige Rumäne, der massiv vorbestraft ist und in Deutschland bereits wegen schweren Raubes mit Körperverletzung eine Haft von sieben Jahren und neun Monaten ausfasste, bot zuvor dem Rankweiler seine Dienste an. Der Rentner gab dem Mann ein paar Arbeiten in seinem Garten zu verrichten. Dafür bezahlte er ihn auch. Als er keinen Job mehr hatte, schenkte er ihm Geld. Wenig später kontaktierte der Beschenkte einen 17-jährigen Landsmann, bestellte ihn her: „Ich habe hier einen Mann mit Geld.“ Nachts überfielen sie den schlafenden Rentner in dessen Haus, zogen ihm eine Decke über den Kopf und misshandelten ihn. Ihm wurden Rippen gebrochen und er wurde mehrfach schwer verletzt. Heute noch hat er bei bestimmten Bewegungen Schmerzen.

Wenig glaubwürdig

Permanent entschuldigen sich die Angeklagten, behaupten, sie könnten nicht mehr schlafen wegen ihres schlechten Gewissens. Der Ältere schiebt alles auf seine Alkoholisierung, der Jüngere auf Panik. Vorstrafen in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich – all diese Eintragungen belegen, dass die beiden von großer krimineller Energie getrieben sind. Selbst eine lange Haft konnte den Erstangeklagten nicht von weiteren Taten abhalten.

Sinnlose Gewalt

Zunächst versuchten die Täter die beiden Tresore mit schwerem Werkzeug zu öffnen. Dabei beschädigten sie den Tresor im Obergeschoß dermaßen, dass er sich später, als der Rentner den Code preisgab, dennoch nicht öffnen ließ. Der Überfallene zeigte sich von Beginn an kooperativ, rückte sofort Bares heraus und wollte den Safe öffnen. Dennoch schlug man immer wieder auf ihn ein. Der Gepeinigte hatte die ganze Zeit eine Decke über dem Kopf. Schlussendlich gaben die Täter sich mit der Beute von rund 2000 Euro zufrieden und ließen den Mann zurück, er rief die Polizei.  In Liechtenstein war das Duo ebenfalls als Einbrecher unterwegs, die Hauptbeute waren Schmuck und Münzen im Wert von rund 30.000 Schweizer Franken bei einer 77-jährigen Pensionistin in Mauren. Die Strafen, 15 Jahre für den Älteren, sieben Jahre und acht Monate für den Komplizen, sind nicht rechtskräftig. Auch beim Jugendlichen hat das Gericht beinahe die Höchststrafe ausgeschöpft, die das Jugendstrafrecht zulässt.