Landtag diskutiert „bestes Essen für Kinder“

Vorarlberg / 04.02.2020 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vorarlbergs Landtagsabgeordnete treten am kommenden Mittwoch, 5. Februar, zur ersten Sitzung im neuen Jahr im Landhaus zusammen. VN/STEURER

In der ersten Sitzung des Landtags im neuen Jahr machen die Grünen die Ernährung für Kinder zum Thema in der Aktuellen Stunde.

Bregenz Kinder benötigen für eine gute Entwicklung ein ausgewogenes, altersgerechtes und gesundes Essen. Dieser Meinung dürften im Land nicht nur die Grünen sein. Eine ausgewogene Ernährung stelle einen wichtigen Baustein für Gesundheit und Wohlbefinden dar, fördere darüber hinaus die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit und bilde eine Grundlage für das spätere Essverhalten. Vor diesem Hintergrund haben die Grünen das Ganze in der Aktuellen Stunde der Landtagsitzung am Mittwoch, 5. Februar, turnusmäßig zum Thema gemacht.

„Viel Aufholbedarf in Österreich“

„Leider haben wir in Österreich hier noch viel Aufholbedarf: So kommt ein Drittel der Kinder ohne Frühstück in die Schule. 21 bis 30 Prozent der Schulkinder sind übergewichtig, Tendenz steigend. Essstörungen wie Magersucht und Bulimie sind vor allem bei jungen Mädchen im Vormarsch. Neben der Verpflegung zu Hause spielen hier Gemeinschaftsverpflegungsbetriebe eine immer wichtigere Rolle. Zehntausende Mahlzeiten werden in Kantinen pro Woche in Vorarlberg ausgegeben, Tonnen an Lebensmittel werden jede Woche dafür verwendet. Doch woher kommen diese Lebensmittel und wie werden sie zubereitet?“, meint Daniel Zadra, Klubchef der Grünen. Um das Ziel „chancenreichster Lebensraum für Kinder bis 2035“ auch erreichen zu können, komme den Themen Bildung und Chancengerechtigkeit eine zentrale Rolle zu. Zadra: „Dieses Ziel kann nur durch eine maßgebliche Erhöhung der ganztägigen Schulformen, vorzugsweise der verschränkten Ganztagsschule, erreicht werden. Aus zahlreichen Studien wissen wir, dass Armut und Gesundheit in einem engen Zusammenhang stehen. Ein warmes, gesundes und dennoch leistbares Essen, verbunden mit Bewusstseinsbildung für das Thema Ernährung, stärkt Kinder nachhaltig in ihrer Entwicklung.“

Zukunftsvision für heimische Landwirtschaft

„Wollen wir die besten Nahrungsmittel für unsere Kinder, müssen wir in den Großküchen mehr Wert auf Saisonalität, Regionalität und biologische Produkte legen“, fordert der Klubobmann. „Durch das Zusammenbringen der heimischen Landwirtschaft mit Großküchen und damit einhergehenden langfristigen Lieferverträgen kann frisch, gesund und leistbar gekocht werden. Investieren wir verstärkt in hochwertige Produkte aus regionaler Landwirtschaft anstatt ausschließlich in Landwirtschaftsförderungen. Damit geben wir den Lebensmitteln wieder den Wert, den sie verdienen und den Bauern und Bäuerinnen eine Abnahme- und Planungssicherheit.“ Gesundes, regionales und frisches Essen in Kantinen ist aus Sicht der Grünen gesundheits- und sozialpolitisch ein dringend notwendiger Schritt und berge Chancen für die heimische Landwirtschaft.

Dringlich gemachte Anfragen

Auch die Themenbereiche Kulturhauptstadt und Pädagogenmangel werden von den Abgeordneten debattiert. Die Volkspartei hat ihre Anfrage unter den Titel „Quo vadis – Kulturhauptstadt?“ und die Neos ihre unter der Frage „Aktuer Lehrermangel an Volksschulen, was nun?“ dringlich gemacht. Beide Anfragen richtigen sich an Statthalterin Barbara Schöbi-Fink.