Regelrechte „Schlagzeilen“

Vorarlberg / 04.02.2020 • 20:39 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Angst ist eine enorme Triebfeder. Anders als die Furcht kennt sie kaum Anfang noch Ende. Die Furcht braucht der Mensch. Sie warnt ihn vor konkreter Bedrohung. Sie macht den Menschen vorsichtig. So kann sie Leben retten. Angst hingegen lähmt ihn.

Wie eine unfassbare Kraft legt sie sich beklemmend auf die Seele, allgegenwärtig, unbezwingbar. Angst macht den Menschen mürbe. Im Gegensatz zur Furcht ist sie kein guter Lehrmeister. Panik und Phobie liegen oft nur einen Steinwurf entfernt.

Angst ist auch ein Grund, weshalb Menschen sich Nachrichten verweigern. Zwar ist es notwendig, sich über die Ausbreitung einer Epidemie zu informieren. Quarantäne und Kontrollen können Konsequenzen sein. Aber die unablässige Wiederholung von Wörtern wie „Schock“ und „Entsetzen“ in den Schlagzeilen sind nicht nur sprachlich unzureichend. Sie berauben uns einer wichtigen, leider aus der Mode gekommenen Qualität: der Gelassenheit.

Thomas Matt

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